Die Arboner Wettermacher

Seit Jahrzehnten informieren sich Spaziergänger beim schmucken Wetterhäuschen an der Arboner Seepromenade über die Wetterlage. Dank der Technischen Gesellschaft und der Museumsgesellschaft ist es wieder in tadellosem Zustand.

Hans Geisser
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Die Panoramakarte auf der Hafenmole stiftete der Verkehrsverein.

Die Panoramakarte auf der Hafenmole stiftete der Verkehrsverein.

ARBON. Lange vernachlässigt, drängte sich eine Instandstellung auf. Vorstandsmitglieder der Museumsgesellschaft und der Technischen Gesellschaft suchten beharrlich nach einem Ersatz für die verschwundenen alten Messinstrumente. Bei befreundeten Museen und in einer Herstellerfirma wurden sie fündig. Auf Kosten der Initianten wurden die Geräte angeschafft und 2003 wieder funktionstüchtig gemacht. Der Stadtrat bewilligte den Kredit für die notwendigen Steinmetz- und Schlosserarbeiten; Architekt Werner Künzler wirkt als freiwilliger Projektleiter. Wie jedes öffentliche Werk hat auch das bescheidene Bauwerk seine Geschichte.

Halbe Million für Hafenstrasse

1921 genehmigen die Arboner den Kredit von 480 000 Franken für die Hafenstrasse (heute Adolph-Saurer-Quai), den Bootshafen und die Uferaufschüttung vom Hafen bis zum Anwesen von Arzt Walter Schmid, für die krisengebeutelte Industriestadt mit gegen 600 Arbeitslosen eine mutige Entscheidung. Bei Notstandsarbeiten finden viele wenigstens teilweise einen willkommenen Erwerbsersatz, werden doch alle Aushub- und Auffüllarbeiten von Hand geleistet. Bemerkenswert aus heutiger Sicht sind die Argumente der Ortsverwaltung in der Abstimmungsbotschaft. In erster Linie gilt es, eine neue Verbindung vom Hafendamm zur St. Gallerstrasse und damit zu den vielen Baustellen der Fabrik-, Wohn- und Strassenbauten im Neuquartier herzustellen, damit sich der Werkverkehr nicht länger durch die schmale Schiffländestrasse quälen muss. Von den Frachtschiffen werden damals täglich über hundert Pferdefuhrwerke und Lastwagen mit Material beladen. Der neue Hafen bringt Verbesserungen für die Schifffahrt. Berufs-und Sportfischer sowie Segelboote erhalten Liegeplätze. Nebenbei erwähnt die Botschaft die zunehmende Bedeutung des Tourismus.

Zur Kastanienallee erweitert

Ein Anschlusskredit von 125 000 Franken ermöglicht die Weiterführung der Anlagen vor den Grundstücken Walter Schmid und Theodor Daetwyler, Hotel «Baer au lac». Vor seiner neuen Fabrik (später Saurer-Ersatzteillager) hat Karl Bleidorn bereits früher auf eigene Kosten den Uferstreifen bis zur Aachmündung aufgeschüttet und eine Ufermauer gebaut. Die erste zusammenhängende Seepromenade wird Tatsache. Die Kosten betragen 614 000 Franken. Bund und Kanton übernehmen einen Viertel. In den Jahren der wirtschaftlichen Erholung werden Volksfeste am Ufer gefeiert.

1923 das Wetterhäuschen

Als Abschluss erstellt die Gemeinde 1923 das Wetterhäuschen, der Verkehrsverein trägt die Kosten für die Messinstrumente und stiftet den Alpenzeiger, eine Panoramakarte auf der Hafenmole. 1929 erhält Adolph Saurer sein Denkmal des Bildhauers Otto Schilt, 1934 folgt die Einweihung des Musikpavillons. Der Brunnen mit Flötenspieler von Ernst Heller (1948) und die Nymphengruppe von August Bösch (1966) schliessen den Kreis der Bau- und Kunstwerke der frühen Zwanzigerjahre.

Das Wetterhäuschen. (Bilder: Max Eichenberger)

Das Wetterhäuschen. (Bilder: Max Eichenberger)