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Die Antiquität im Wald

Die Burgruine Ramschwag soll aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen. Das wünscht sich die Gemeinde Häggenschwil. Deren Präsident Hans-Peter Eisenring hat Ideen. Und Erinnerungen.
Benno Gämperle
Erinnerungen an jeden Stein: Gemeindepräsident Hans-Peter Eisenring in der Ruine Ramschwag. (Bild: Benno Gämperle)

Erinnerungen an jeden Stein: Gemeindepräsident Hans-Peter Eisenring in der Ruine Ramschwag. (Bild: Benno Gämperle)

HÄGGENSCHWIL. Die Quittung über 35 000 Franken datiert vom 26. März, dem Tag der Handänderung. Im Einkaufswagen liegen 6000 m2 Wald mit einer Hundertschaft Bäumen sowie, auf einer kleinen Anhöhe mittendrin, weitere Hundertschaften fast tausendjähriger Steine, fein säuberlich aufeinandergestapelt. Mäuerchen, Mauern, Brüstungen, ein Turm mit Verlies, Geschichte und Geschichten, die bis ins dunkelste Mittelalter datieren: die Ruine Ramschwag, anno 1167 erstmals urkundlich erwähnt. Hier liegen sie, die Wurzeln der Gemeinde Häggenschwil. Und sie, die Gemeinde, ist seit vier Monaten stolze Besitzerin dieses Fleckchens Erde. Gemeindepräsident Hans-Peter Eisenring ist einen Steinwurf von der «Ramschwag» entfernt im Weiler Chollerberg aufgewachsen. «Dort oben», sagt er verschmitzt und deutet auf eine Mauer, drei Meter über den Köpfen, «dort sass ich einst als Bub. Es gibt ein altes Foto davon.» Gut, wussten die Eltern damals nichts davon, ergänzt der heute 57-Jährige und verbreitert sein Lachen. «Wohl zum ersten Mal in ihrer Geschichte gehört die Burg nun einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft», sagt Eisenring. Gerne erinnert er sich an jenen Abend im letzten Winter, an dem die Behörde den Kauf mit der Vorbesitzerin, der Waldkircher Bauunternehmerfamilie Thaler, besiegelt hat – anlässlich eines Jassabends. Damit sollte der Bogen geschlagen werden zum Jahr 1929, als Thalers die Ruine ihrerseits beim Jassen erworben hatten.

Paradies für Archäologen

Ein Mauerdurchbruch führt in den gut erhaltenen Turm. Ein knapp hüfthohes Metallgitter trennt die Burgbesucher von dem Loch, das einst finsteres Verlies der Raubritter zu Ramschwag gewesen sein dürfte. «Ich bin sicher, wer dort unten gräbt, wird einiges finden», sagt der Gemeindepräsident und Ruinenkenner.

Überhaupt: die Jugenderinnerungen. Der Felsvorsprung, auf dem die «Ramschwag» steht, fällt auf drei Seiten steil ab, gegen Westen zur Sitter hin teils gar überhängend. Was also gab es Interessanteres für Häggenschwiler Raubritter-Buben der 1960er-Jahre, als diese Hügel zu erkunden, Mauern und Bäume zu erklettern? «Es ist ein gefährliches Gebiet, alles andere als Suva-konform.» Das war Hans-Peter Eisenring im O-Ton im Jahr 2013.

Den Wald auslichten

Bäume, soviel ist gewiss, gibt es heute mehr als vor fünfzig Jahren. Es sind ihrer um die Ruine so manche, die «Ramschwag» sieht man vom Chollerberg aus erst, wenn man fast davor steht. «Den Wald um die Ruine auszulichten hat oberste Priorität», sagt Eisenring. Wie viel das kosten wird und welche Massnahmen zur Sanierung und Stabilisierung der Gemäuer nötig sein werden, wird eine Expertise aufzeigen, mit welcher die Gemeinde den Burgen- und Ruinenkenner Jakob Obrecht beauftragt hat. Sie soll spätestens im November vorliegen. Die Substanzerhaltung der mittelalterlichen Mauern ist eines, deren Nutzung ein anderes – und die Bekanntmachung über die engste Region hinaus. Konkret ist noch nichts, doch Eisenring hat Visionen im Kopf. Sie stützen sich zu einem Grossteil auf die guten alten Zeiten der regelmässigen Ramschwag-Festivitäten von Vereinen, Familien und Gemeinde. Aus der Bevölkerung kommen Ideen im Rahmen der Umfrage «werteorientierte Gemeinde», die momentan läuft. «Bis im Frühling 2014 wollen wir die Vorschläge und Anregungen, die dabei zusammenkommen, auswerten», verspricht Eisenring.

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