Dicke Abstimmungspost

Am Sonntag, 30. November, entscheiden die Stimmberechtigten der Region auch über kommunale Vorlagen. In Rorschach, Berg SG und Untereggen über einen Baukredit für Schulanlagen, in Rheineck über eine mögliche Fusion der Oberstufe mit jener in Thal.

Andrea Sterchi
Merken
Drucken
Teilen

REGION. Dick und schwer ist dieses Mal das Couvert mit den Abstimmungsunterlagen. Gleich über drei eidgenössische und sechs kantonale Vorlagen müssen die Stimmberechtigten entscheiden. Und in vier Gemeinden der Region zusätzlich über kommunale Fragen.

Eine Aula fürs «Schönbrunn»

In Rorschach möchte der Stadtrat das Schulhaus Schönbrunn sanieren und um ein Schulzimmer, vier Gruppenräume und eine Aula für hundert Personen erweitern. Den Stimmbürgern beantragt er dafür einen Kredit von 5,3 Millionen Franken. Davon entfallen 1,9 Millionen Franken auf die Rohbauten – darunter zwei neue Treppenhäuser, ein behindertengerechter Lift, eine neue Dämmung des Dachs und neue Fenster –, der Ausbau kostet 1,2 Millionen und die Erneuerung der sanitären, Heiz- und Elektroinstallationen 850 000 Franken. Von den Parteien haben sich bisher die CVP und die SP zur Vorlage geäussert: Beide sagen Ja. Auch die politische Gruppierung «Rorschach Plus» hat die Ja-Parole gefasst.

Baukredit und Ratswahl

In Untereggen muss der Kindergarten «Im Rank» saniert werden. In welchem Umfang, das entscheiden die Stimmberechtigten. Geht es nach dem Schulrat, soll es eine umfassende Sanierung für 707 600 Franken werden. Zwar genügt die Grundstruktur den heutigen Bedürfnissen, durch diverse Umbauten könnten die Räume aber optimaler genutzt werden. Zudem sollen sämtliche Starkstrominstallationen, die Beleuchtung und die Sanitäranlagen erneuert werden. Und das Eternitdach, das Asbest enthält, sowie die Fenster sollen ersetzt werden.

Die Unteregger Stimmberechtigten wählen am 30. November auch einen neuen Gemeinderat. Als einziger bewirbt sich Marius Geiger um den vakant gewordenen Sitz nach Norbert Rüttimanns Wahl zum Gemeindepräsidenten. Um den Einzug in den Gemeinderat zu schaffen, muss er das absolute Mehr erreichen.

Zweite Abstimmung

Für 6,5 Millionen Franken will der Schulrat in Berg SG das Schulhaus umbauen. Bereits 2013 sagten die Stimmberechtigten Ja zu einem Kredit von 4,5 Millionen Franken. Seither wurde das Projekt überarbeitet, weil wegen grösserer Bauvorhaben im Dorf die Kapazität des Schulhauses angepasst werden musste. Der Baukredit verteuerte sich um 40 Prozent. Das Projekt erhitzt die Gemüter. Während die Gegner am Informationsanlass vor drei Tagen argumentierten, die Kosten seien zu hoch und es müsse mehr für die Energieeffizienz getan werden, verteidigten die Befürworter die Finanzplanung und wiesen auf die Dringlichkeit der Sanierung hin.

Soll die Oberstufe nach Thal?

Auch die Rheinecker sind geteilter Meinung. Darüber, ob sie künftig ihre Oberstufenschüler nach Thal schicken sollen oder nicht. Wegen sinkender Schülerzahlen schlagen der Stadtrat und die Schulkommission den Stimmberechtigten eine Fusion mit der Oberstufe Thal vor. Am 30. November stimmen diese deshalb über den Beschulungsvertrag zwischen den Gemeinden ab. Gegner äusserten an Informationsveranstaltungen ihre Befürchtungen, dass Rheineck nicht mehr mitreden könne, und dass mit einer Fusion voreilig gehandelt werde. FDP, CVP und SVP befürworten eine Fusion, die SP hingegen lehnt sie ab.