Dichtestress, ein neuer Hut und Gallus 2.0

Viel Leute auf einem Haufen stressen nicht immer. Publikum kann auch eine Freude sein. Etwa, wenn man etwas verkaufen will. So hatte Roger Tinner einen guten Wochenauftakt.

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Viel Leute auf einem Haufen stressen nicht immer. Publikum kann auch eine Freude sein. Etwa, wenn man etwas verkaufen will. So hatte Roger Tinner einen guten Wochenauftakt. Am Montag, dem ersten Arbeitstag nach den Winterferien, drängte sich ein Dutzend Medienschaffender an seine Pressekonferenz des Komitees gegen die Marktplatzvorlage. Drängen im wahrsten Sinne des Wortes: Eingedenk dessen, dass normalerweise an solchen Anlässen zwei bis drei Mitglieder der schreibenden und filmenden Zunft erscheinen, hatte Tinner den kleinen Saal des Café Gschwend gemietet – einen putzigen, aber nicht wirklich riesigen Raum. Trotzdem hat das Nein-Komitee damit gepunktet: Stefan Grob vom Ja-Komitee führte seine Medienorientierung zwei Wochen vorher unter freiem Himmel durch. Was die Medienschar prompt bibbern und mit klammen Fingern arbeiten liess.

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Dass Abstimmungskämpfe im Winter keine angenehme Sache sind, weiss jetzt auch einer, der für den Marktplatz-Abstimmungstermin vom 8. März mitverantwortlich ist. Stadtpräsident Thomas Scheitlin ist allerdings für Führungen und Standaktionen im Schneesturm oder bei klirrender Kälte gerüstet. Er wird seinen Hut– Modell «Russischer Schäfer im Schneesturm» – auch heute Samstag (Treff 11 Uhr beim ständigen Markt) gut gebrauchen können, wenn er zusammen mit Stadtratskollegin Patrizia Adam und Stadtingenieur Beat Rietmann dem staunenden Volk die Platzvisionen der Stadt näher bringt. Beim ersten Versuch im Januar lenkte das modische Accessoire allerdings etwas vom Thema ab: Bei einem Teil des Volkes vor den Infotafeln war der stadtpräsidiale Hut, nicht die Abstimmungsvorlage das Thema.

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CVP-Stadtpolitiker zieht es derweil hin zu historischen Figuren. Stefan Grob, Werbemann des Komitees für den Marktplatzumbau, wurde Anfang Woche enttarnt: Er ist es, der auf Twitter mit dem Pseudonym Vadian unterwegs ist. Viele fragten sich da, in welchem Umfeld Gallus 2.0 zu suchen ist, der mit Vadian um die Wette zwitschert. Das Geheimnis kann gelüftet werden: Diesen Namen als Twitter-Pseudonym zugelegt hat sich ein anderer CVPler, nämlich Michael Hugentobler. Konfessionell bleibt die Kirche so aber immerhin im Dorf: Grob ist Reformierter (was zu Vadian, dem Reformator, passt), Hugentobler ist Katholik (was zum Heiligen passt). (vre)

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