Derby mit zwei Gesichtern

Die NLA-Frauen von Staad und St. Gallen liefern sich ein umkämpftes und torreiches Spiel mit zwei vollkommen unterschiedlichen Halbzeiten. Am Ende gewinnt Staad zu Hause 5:3.

Gerhard Huber
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Abwechslungsreiches Spiel: Die St. Gallerin Carole Schmid (links) im Zweikampf mit der Staaderin Sabrina Horvat. (Bild: Urs Bucher)

Abwechslungsreiches Spiel: Die St. Gallerin Carole Schmid (links) im Zweikampf mit der Staaderin Sabrina Horvat. (Bild: Urs Bucher)

FUSSBALL. Die Ausgangslage war für die beiden Lokalrivalen ähnlich. Beide jagen die gesamten anderen Teams der höchsten Liga vor sich her. Beide hatten sich nach zum Teil hohen Anfangsniederlagen zuletzt gefangen und jeweils auswärts ein 1:1 geholt. Wobei es sich beim Unentschieden gegen Schwyz für die Staaderinnen um eine gefühlte Niederlage handelte, war man doch drückend überlegen und kassierte in der letzten Minute von der aufgerückten Torfrau der Schwyzerinnen nach einer Standardsituation das Ausgleichstor.

Die Frauen vom FC St. Gallen begannen das Spiel schwungvoll und erzeugten von Anfang an hohen Druck auf das Staader Tor. Schon in der 6. Minute die Führung zum 0:1 – aus etwa 30 Metern beförderte Patricia Willi das runde Leder in einem Bogenschuss über die zu weit vor dem Tor stehende Staader Torfrau Daniela Hutter hinweg ins Netz. Wobei nicht klar zu erkennen war, ob es sich um einen Torschuss oder eine verunglückte Flanke handelte. Während St. Gallen weiter überlegen war und vor allem Cinzia Jörg und Patricia Willi immer wieder das Offensivspiel ankurbelten, passte bei den Staaderinnen nichts zusammen. Fehlpass reihte sich an Fehlpass, die Laufwege stimmten nicht und die Zweikämpfe wurden nicht angenommen.

Offensives Spiel des FC Staad

Verkehrte Welt in der zweiten Halbzeit. Die Ansprache der Staader Trainerin Sissy Reith in der Pause muss heftig gewesen sein. Die Staaderinnen begannen jedenfalls wie aus der Pistole geschossen mit Pressing und offensiver Spielweise. So erzielten sie in der 48. Minute den Ausgleich. Die St. Galler Torfrau Patricia Gsell liess einen Freistoss abprallen, welcher Raffaela Bisquolm, die für die verletzte Meike van Elten eingewechselt wurde, vor die Füsse fiel und von dieser eiskalt verwertet wurde. Von da an gehörte das Spiel dem FC Staad.

Claudia Stilz tauchte bei druckvollen Vorstössen auf der rechten Seite und kongenialen Kombinationen mit ihren Mitspielerinnen immer wieder allein vor dem Gästetor auf und erzielte in Minute 58, 65 und 74 einen lupenreinen Hattrick. Der St. Galler Cheftrainer Philipp Riedener verzweifelte schier ob des hilflosen Spiels seiner Spielerinnen.

Überlegener Sieg fixiert

Die Staaderinnen drückten weiter, erkämpften sich schon im Mittelfeld die Bälle und fütterten damit ihre Offensivspielerinnen. Wie in der 84. Minute, als sich wieder Bisquolm einen genial durch die löchrige St. Galler Verteidigung hindurch gespielten Pass erlief und an der machtlosen Gsell vorbei zum 5:1 einschob.

Den Frauen des FC St. Gallen muss zugute gehalten werden, dass sie nie aufgegeben haben. Doch die Anschlusstore in der Endphase des Spiels gegen nachlässig werdende Staaderinnen zum 5:2 durch Serenella Liberati und zum 5:3 durch Jörg waren nur mehr Ergebniskosmetik.