Der Wolf im Huskypelz

Tierischer Polizeieinsatz

Christa Kamm-Sager
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Ein Polizist brachte den ausgebüxten Husky-Mischling, den einige Wittenbacher für einen Wolf hielten, seinem Besitzer zurück. (Bild: Kapo SG)

Ein Polizist brachte den ausgebüxten Husky-Mischling, den einige Wittenbacher für einen Wolf hielten, seinem Besitzer zurück. (Bild: Kapo SG)

Ein Tagblatt-Leser ist sich sicher: «Da stand ein Wolf mitten auf der Hauptstrasse. Er war hellgrau und deutlich grösser als ein Hund.» Am Samstagabend um 21.30 Uhr in Wittenbach war es, als er und sein Göttibueb, seine Mutter und seine Schwester das Tier gesehen haben. Mit dem Auto kamen sie von Lömmen­schwil her, kurz vor den ersten Häusern auf Wittenbacher Gebiet mussten sie ihre Fahrt dann wegen des Tieres abrupt stoppen. «Zuerst dachten wir natürlich an einen Hund. Aber als wir das grosse Tier in nur etwa fünf Metern Entfernung sahen, war ich mir sicher, dass dieses kein Hund sein kann.» Er habe selber einst einen Husky gehalten und kenne sich also etwas aus mit Hunden, so der Leser am Telefon. «Vor Aufregung haben wir leider vergessen, ein Foto zu schiessen.» Der «Wolf» habe sich dann langsam in Richtung Wald entfernt. Der Mann griff zum Telefon und meldete seine Beobachtung der Polizei. Er war nicht der einzige an diesem Samstag.

Allerdings gingen an diesem Tag nicht nur Telefonanrufe von Wolfssichtungen beim Polizeiposten in Wittenbach ein, sondern auch eine besondere Vermisstmeldung: «Ein Hundebesitzer aus Wittenbach meldete uns, sein Hund sei über den Zaun gesprungen und ausgebüxt», so Hanspeter Krüsi, Leiter Kommunikation der Kantonspolizei St. Gallen. Der Hund, ein grosser, hellgrauer Husky-Mischling, sei das erste Mal überhaupt weggelaufen.

Der Hundebesitzer suchte den ganzen Tag nach seinem Vierbeiner, und auch die Polizei hielt Ausschau nach dem auffälligen Husky-Mischling. Die Suche nahm schliesslich ein Ende, als sich ein Hausbewohner in der Nähe des Schlosses Dottenwil um 0.30 Uhr in der Nacht zum Sonntag bei der Polizei meldete: Bei ihm im Garten schlafe ein Hund, der aussehe wie ein Wolf. «Unsere Polizeipatrouille fand den müden, zutraulichen Hund schliesslich im Garten und konnte mit dem Chip-Lesegerät den Hundehalter schnell zuordnen», sagt Hanspeter Krüsi. So fand das kleine Abenteuer des «Wittenbacher Wolfs» doch noch ein Happy End.

«Der Halter des ausgebüxten Hundes hat sich vorbildlich verhalten, indem er die Polizei informiert hat und selber nach dem Tier suchte», sagt Hanspeter Krüsi. Die Polizei habe in ihrem Alltag sehr oft mit Tieren zu tun. Kühe oder Schafe, die Zäune durchbrechen, gebe es häufig, weiss Krüsi. So beschäftigte nicht nur der Wolf im Huskypelz die Polizei am vergangenen Wochenende, auch eine Ringelnatter sorgte noch für eine kleine Aufregung.

Christa Kamm-Sager

christa.kamm@tagblatt.ch

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