Der Weg nach oben ist lang

GOSSAU. 30 Schüler des Gymnasiums Friedberg feierten am Wochenende ihre bestandene Matura. Für die Zukunft sei es nun wichtig, etwas zu wagen, wie Regierungsrat Benedikt Würth betonte.

Katja Fässler
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Die drei besten Maturanden: Andreas Tulvan, Linda Bättig und David Breitenmoser (von links). (Bild: Benjamin Manser)

Die drei besten Maturanden: Andreas Tulvan, Linda Bättig und David Breitenmoser (von links). (Bild: Benjamin Manser)

Der Klang einer Klarinette bringt das schwatzende Publikum zum Schweigen. Der Maturand auf der Bühne spielt hingebungsvoll, begleitet von einem Kollegen am Klavier. Begeisterter Applaus. Dann tritt Lukas Krejci, der seit Anfang Jahr Rektor des Gymnasiums Friedberg ist, ans Rednerpult und verkündet feierlich: «Alle Schülerinnen und Schüler haben die Matura bestanden.» So schreiten die 30 Schulabgänger, begleitet von erneutem Klatschen, in den Fürstenlandsaal. Die jungen Männer grösstenteils in schwarzen Anzügen, während die Frauen sich für farbenfrohe Abendkleider und Schuhe mit Absätzen in schwindelerregender Höhe entschieden haben.

Mensch bleiben

Regierungsrat Benedikt Würth war seinerzeit selbst ein «Friedberger». In seiner Rede löst er mit dem Satz «Sie haben nun viel erreicht und andererseits noch nichts» ein Raunen unter den Maturanden aus, doch die folgende Erklärung besänftigt die Gemüter. Manchmal beeinflussten Umwege den Weg nach oben und erschwerten ihn, sagt Würth. Doch er bekräftigt die Maturanden, sich nicht entmutigen zu lassen und auch mal unkonventionelle Wege einzuschlagen. «Meiner Erfahrung nach sind es nicht die schnurgeraden Lebensläufe, die die Chefs beeindrucken.»

Auch Max Knöpfli, Erziehungsrat und Präsident der Maturitätskommission, spricht über den künftigen Erfolg der Schüler. «Karriere ist wichtig, doch sollten Sie dabei Mensch bleiben.» Es brauche drei Dinge für gutes Gelingen: Gedanken, Taten und Gefühle.

Die Besten zum Schluss

Schliesslich kommt der langersehnte Augenblick: die Überreichung der Maturazeugnisse, begleitet von einer Diashow mit Bildern aus der Eintrittszeit der Schüler. Tuscheln und Kichern macht die Runde. Zwischen den «Echtzeitmaturanden» und den Fotos liegen immerhin sechs Jahre, zählt man das Untergymnasium mit. Helle Aufregung auch bei der Übergabe der Rosen, die traditionell von den jüngeren Jahrgängen mit einem Küsschen überreicht werden. Während manch einer das Küsschen verweigert, worauf das Publikum mit einem mitleidigen Seufzer reagiert, vergessen andere fast, die Rose mitzunehmen. «Die Besten werden die Letzten sein», sagt Rektor Lukas Krejci und gibt die Namen des Jahrgangsbesten preis. In aufsteigender Reihenfolge sind es Andreas Tulvan, Linda Bättig und David Breitenmoser, der einen Schnitt von 5,77 erzielte. Er war auch derjenige, der den Abend mit der Klarinette eingeleitet hat. Wie es im Friedberg Brauch ist, führt die erste Klasse gegen Schluss ein Theater auf. «Trek Wars», heisst das Stück, das mit verschiedenen «Star Wars»-Anspielungen das Thema Matura umreisst. Als letzter musikalischer Akt überrascht Maturandin Sarah Gerber mit einem von Gitarrenklängen begleiteten Operngesang, der ausgiebigen Applaus und Standing Ovations erntet.