Der WEF-Airport ist ausgebucht

ALTENRHEIN. Gestern herrschte am Airport in Altenrhein Hochbetrieb. Für Jets der Besucher des Weltwirtschaftsforums gab's keine Parkplätze mehr, das Restaurant erzielte den Umsatz des Jahres, und die Schaulustigen drängten sich ums Gelände.

Kurt Latzer
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Der Airport St. Gallen-Altenrhein ist dieses Jahr erstmals offizieller WEF-Airport. Und das haben die Betreiber und die Angestellten gestern zu spüren bekommen. Fast alle Parkplätze vor dem Airport-Gebäude besetzt; vor dem Restaurant stehen die Leute zeitweise Schlange. Nicht besser sieht es mit den Abstellflächen für Flugzeuge aus. «Wir sind komplett belegt», sagt Thomas Mary, Mitglied der Geschäftsleitung der Airport Altenrhein AG. Mit dem grössten Andrang habe man gestern gerechnet. Mehr Flugzeuge als erwartet sind bereits am Dienstag in Altenrhein gelandet. «Möglich, dass einige nun auf andere Plätze ausweichen, weil sie hier nicht mehr parkieren können», meint Mary. Während des Gesprächs starten und landen Flugzeuge im Zehnminutentakt. Dicht an dicht stehen die Business-Jets neben und in Hangars.

Feuerwehr in Vollbesetzung

Wie eng die Flugzeuge zusammengestellt wurden, zeigt sich auf einer kurzen Fahrt mit dem Airport-Jeep. «Wenn da einer früher als ursprünglich gemeldet abfliegen will, haben wir ein kleineres Problem. Dann müssen wir rangieren», lächelt Thomas Mary. Neu ist die Situation für den frischgebackenen Kommandanten des Sicherheitsverbundes Rheineck-Thal-Lutzenberg (RTL), Enzo Termine. Denn er trägt nicht nur die Verantwortung für die drei jüngst fusionierten Feuerwehren, sondern auch diejenige am Flugplatz. Auch er muss den Sicherheitscheck über sich ergehen lassen, will er hinaus aufs Flugfeld. «Zurzeit gilt den ganzen Tag über die höchste Sicherheitsstufe», sagt Termine. Zwischen sieben bis zehn Leute und zwei Tanklöschfahrzeuge stehen im Notfall zur Verfügung. Insgesamt leisten etwa 30 Personen Dienst in der Flugplatzfeuerwehr, die meisten davon arbeiten am Airport. «Vom Alarm bis zur ersten Wasserabgabe haben wir drei Minuten Zeit. Das müssen wir garantieren», sagt der RTL-Kommandant. Dies werde mindestens zweimal pro Jahr durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt getestet.

Im Tower verfolgen drei Leute die Bewegungen im Luftraum und am Boden. «Sag dem Piloten der Piper, er hat zu weit vorne parkiert», spricht Fluglotse Dirk Pickelmann ins Funkgerät.

Keine Promis

Neben ihm sitzt Stephanie Lott. «Sie absolviert in Altenrhein eine Zusatzausbildung, speziell für diesen Airport», sagt Mary. Hinter ihr hat Coach Rino dalla Corte Platz genommen und blickt ihr über die Schulter. Von hier aus kann man das Treiben auf und neben der Piste gut verfolgen. Immer mehr Leute stehen hinter der Umzäunung, einige davon mit Fotoapparaten und langen Objektiven «bewaffnet». Flugzeuge verschiedenster Bauart und Grösse sind zu sehen. Am Vormittag war die Maschine des holländischen Königshauses kurz in Altenrhein zu Gast – das war's. Promis aber lassen sich zur Enttäuschung vieler Besucher keine blicken. Mary: «Wir wissen zwar, woher die Flugzeuge kommen, nicht aber, wer drinsitzt.» Und was musste man ändern oder anpassen, um WEF-Airport zu werden? «Eigentlich nichts. Das ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Beim Eingang haben die WEF-Organisatoren ein Welcome-Desk aufgestellt», sagt Mary schmunzelnd. Vor allem den guten Service und die kurzen Wege schätzten die Passagiere sehr. Von Nervosität ist beim Personal und bei der Feuerwehr nichts bemerkbar. Vieles ist Routine. Man spürt aber, dass sie mindestens so viel Spass am Hochbetrieb haben wie die Zaungäste.

St. Gallen-Altenrhein ist erstmals offizieller WEF-Airport. Das hat sich herumgesprochen, denn die Schaulustigen und Flugzeug-Fans kamen in Scharen. Bestaunt haben sie auch das Grossflugzeug der litauischen Luftwaffe, mit der Regierungsmitglieder des Landes angereist sind. (Bilder: Kurt Latzer)

St. Gallen-Altenrhein ist erstmals offizieller WEF-Airport. Das hat sich herumgesprochen, denn die Schaulustigen und Flugzeug-Fans kamen in Scharen. Bestaunt haben sie auch das Grossflugzeug der litauischen Luftwaffe, mit der Regierungsmitglieder des Landes angereist sind. (Bilder: Kurt Latzer)