Der Wahlkampf ist lanciert

Was lange spekuliert wurde, ist nun fix: Beni Würth will St. Galler Regierungsrat werden. Die CVP Linth portiert ihn, die Kantonalpartei nominiert im August.

Regula Weik
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St. Gallen. Er gilt als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge von Regierungsrat Joe Keller – und das nicht erst, seit der Volkswirtschaftsdirektor seinen frühzeitigen Rücktritt auf Ende März 2011 bekanntgegeben hat. Der Name Beni Würth wurde immer dann herumgeboten, wenn über Rücktritte von Regierungsräten spekuliert wurde. Und er hat auch nie einen Hehl daraus gemacht, dass ihn der Wechsel in die Pfalz reizt. «Ich habe Interesse am Amt des Regierungsrats», sagte er, nachdem Joe Kellers Rücktritt publik war.

Und nun ist Beni Würth der erste Interessent für die Nachfolge Joe Kellers in der St. Galler Regierung. Die CVP Linth hat ihn am Donnerstagabend einstimmig portiert. Würth ist beidseits des Rickens bekannt: Er wuchs in Mörschwil auf und ist heute Präsident von Rapperswil-Jona, der zweitgrössten Stadt im Kanton. Der 42-Jährige gehört seit 14 Jahren dem Kantonsparlament an und ist derzeit Fraktionspräsident.

Interne Konkurrenz?

Damit ist das Kandidatenkarussell in Bewegung gesetzt – auch innerhalb der CVP. Jörg Frei, Präsident der Kantonalpartei, hatte von einem Dutzend Namen gesprochen, die auf seiner Liste stünden. Wer der Partei Joe Kellers Sitz in der Regierung sichern soll, entscheidet sich erst nach den Sommerferien; die Partei nominiert im August.

SVP will zweiten Sitz

Klar ist bereits heute: Der CVP erwächst Konkurrenz – von der SVP. Die Partei will der CVP den Sitz streitig machen. Die wählerstärkste Partei im Kanton sei mit einem Regierungsrat – sie stellt Bildungschef Stefan Kölliker – klar untervertreten, verkündete Toni Thoma, Präsident der kantonalen SVP, wenige Stunden, nachdem Joe Keller sein Ausscheiden aus der Regierung bekanntgegeben hatte. «Wir erheben Anspruch auf einen zweiten Sitz», sagte Thoma.

«Die Zeit dafür ist reif.» Mit wem die SVP ins Rennen steigt, ist im Moment noch unklar.

Die FDP wartet ab – vorerst. Nur soviel: Der Nachfolger des Volkswirtschaftsdirektors müsse zwingend Wirtschaftserfahrung mitbringen, sagt FDP-Parteipräsident Marc Mächler. Gefordert sei nun die CVP.

«Traditionelle Vertretung»

«Mit der Rücktrittsankündigung von Joe Keller verliert das Linthgebiet seine traditionelle Vertretung in der Regierung.

Dass diese grosse und wichtige Region weiterhin vertreten bleiben muss, ist für die CVP Linth unbestritten», heisst es in der gestrigen Medienmitteilung. Und weiter: «Der berufliche und politische Werdegang macht Beni Würth zum idealen Kandidaten für ein erfolgreiches Wirken in der Regierung.»

Die Ersatzwahl in die St. Galler Regierung findet Ende November statt.