Der Verkauf beginnt auf dem Feld

Migros und Coop werben auf den Höfen und Feldern ihrer Produzenten für ihre regionalen Konzepte. Hiesige Bauern zeigen ihre Zusammenarbeit mit den Detailhändlern gerne, und die Konsumenten profitieren von der Aktion.

Selina Schmid
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Bild: Rudolf Hirtl oceandesign@bluewin

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REGION AM SEE. Auf den Feldern und auf Traktoren als Schild oder als Fahne im Wind: Migros und Coop werben direkt bei ihren Bauern für ihre regionalen Verkaufslinien. «Miini Region» von Coop und «Aus der Region. Für die Region» von Migros sind Programme, bei denen mit Bauern eng zusammengearbeitet wird. Ziel ist, dass ihre Produkte regional verkauft werden können. Beide Detailhändler setzen auf Werbemittel, die beim Produzenten aufgestellt werden. «Damit kann der Konsument die Zusammenarbeit mit regionalen Produzenten direkt bei den Bauern erkennen», sagt Nico Canori, Mediensprecher bei der Migros Ostschweiz. Auch Coop hat laut Urs Meier, Mediensprecher bei Coop, die Aktion im Interesse der Kunden gestartet. «Wir wollten transparenter zeigen, wo die Produkte unter dem Gütesiegel <Miini Region> herkommen», sagt er. Die Kosten für die Hof- und Feldwerbemittel werden vom jeweiligen Detailhändler übernommen.

Eine Win-win-Situation

Filippe Fässler, Gemüsebauer in Goldach, ist einer dieser Produzenten. Er findet die Aktion mit den Tafeln sinnvoll, genauso wie seine Zusammenarbeit mit Coop. «Die Produzenten werden mit den regionalen Konzepten gestärkt», sagt er. Zudem habe er die Erfahrung gemacht, dass Produkte öfters gekauft werden, wenn wenn sie mit dem Gütesiegel «Miini Region» deklariert seien.

Coop hat vor einigen Wochen das Marketingkonzept auf die Tafeln ausgebaut. Auch die Migros habe dieses Jahr die bisherigen Tafeln aufgrund eines Logowechsels erneuert. Zusätzlich habe man die Palette mit Fahnen oder Vogelscheuchen erweitert, sagt Canori. Willi Troxler, Landwirt beim Schlossguet in Untereggen, empfindet die Kooperation mit Migros als Win-win-Situation. «Die Migros wollte regionale Produkte verkaufen, und genau das können wir bieten.» Mit den Tafeln, die er vor drei Wochen aufgestellt hat, wolle er aufzeigen, wo sich die Produzenten der Region befinden. «So bleiben Konsumenten mit ihrem Einkauf eher in der Region», sagt Willi Troxler.

Tatsächlich achten Konsumenten inzwischen vermehrt darauf, dass ihre Lebensmittel in der Nähe produziert werden. Gerade frische Produkte wie Gemüse oder Früchte bieten sich für den regionalen Verkauf an. Doch auch Fleischprodukte werden vermehrt bei lokalen Bauern gekauft. «So weiss ich genau, wie die Tiere gelebt haben und woher das Fleisch stammt», sagt eine Konsumentin auf Anfrage.

Vertrauen in die Bauern

Dieser Trend zum regionalen Einkauf kommt nicht von ungefähr. Zahlreiche Skandale in der Lebensmittelproduktion haben dazu geführt, dass Konsumenten vermehrt auf Bauern der Region vertrauen. Dafür sind sie sogar bereit, etwas mehr zu bezahlen. Migros und Coop haben mit ihren Konzepten auf diesen Trend reagiert. «Unsere Produzenten sind stolz darauf, Teil unseres Erfolgskonzeptes <Aus der Region. Für die Region> zu sein», sagt Nico Canori. Dass sie das Gütesiegel auf ihre Felder stellen können, freut die Landwirte. «Man gibt sich als Produzent zu erkennen. Wenn die Leute das Logo wieder im Laden sehen, denken sie an unseren Betrieb», sagt Willi Troxler. Regionales Einkaufen wird unterstützt, wovon Bauern, Kunden und die Umwelt profitieren.

Auf dem Feld werben für die Produkte, die vor Ort produziert werden: Migros und Coop haben ihre regionalen Konzepte erweitert und stellen Tafeln bei ihren Produzenten auf. (Bilder: Selina Schmid)

Auf dem Feld werben für die Produkte, die vor Ort produziert werden: Migros und Coop haben ihre regionalen Konzepte erweitert und stellen Tafeln bei ihren Produzenten auf. (Bilder: Selina Schmid)

Bild: Rudolf Hirtl oceandesign@bluewin

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