Der Untergang einer Marke

Im Namensstreit rund um die Marke Sistar ist vielleicht die letzte Runde eingeläutet: Die Parteien stehen kurz vor einer Einigung. Gewinner gibt es keine. Auch kein Hotel Sistar mehr.

Elisabeth Reisp
Drucken
Teilen
Der Name bleibt: Das «Newstar» wird nicht mehr in «Sistar» umbenannt. (Bild: Michel Canonica)

Der Name bleibt: Das «Newstar» wird nicht mehr in «Sistar» umbenannt. (Bild: Michel Canonica)

Der Rechtsstreit um den Hotelnamen Sistar scheint nun, nach einem Dreivierteljahr, ein Ende gefunden zu haben. Die Parteien haben sich im Grundsatz geeinigt: Christoph Loosli, der Besitzer des ehemaligen Hotels Sistars – jetzt heisst es «Newstar» – kauft dem ehemaligen Pächter Jörgen Kuhn den Namen «Sistar» zurück. Sein Hotel hat aber bereits einen neuen Namen.

Der Name war ungeschützt

Die Geschichte um den Namensstreit ist vermutlich einmalig: Der ehemalige Pächter des Hotels Sistar an der Breitfeldstrasse hatte 30 Jahre lang das Hotel geführt, welches Loosli gehört. Kurz vor seiner Kündigung liess Kuhn den ungeschützten Namen «Sistar» markenrechtlich schützen. Die Domain www.sistar.com und die Telefonnummern des Hotels waren schon lange auf seinen Namen registriert.

Mit dem starken Namen und den Telefonnummern im Gepäck unterschrieb Kuhn einem Pachtvertrag mit den Besitzern des neuen Hotels an der Alten Bildstrasse. Derzeit befindet es sich im Bau, eröffnet werden soll es im kommenden Herbst. Und sollte, kaum einen Steinwurf vom alten Hotel Sistar entfernt, als neues Hotel Sistar eröffnet werden. Über die alte Telefonnummer und die Homepage hatte Kuhn bereits Buchungen für das neue Hotel entgegennehmen können. Und so einige Kunden «abgezügelt».

Daraufhin ergriff Loosli das Rechtsmittel. In der Zwischenzeit musste er das renovierte Hotel unter einem neuen Namen wiedereröffnen. Es heisst nun «Newstar».

Das neue Hotel an der Bildstrasse wird sich nun ebenfalls einen neuen Namen suchen müssen. Es gebe gemäss Kuhn Ideen, aber diese müssen noch geprüft werden.

«Newstar» bleibt «Newstar»

Dass die Parteien eine Einigung anstreben, habe gemäss Loosli damit zu tun, dass sich bei Gericht abgezeichnet habe, dass der Richter tendiere, der Klägerschaft, also ihm, Recht zu geben. Der Richter habe betont, so Loosli weiter, dass ein Name zum Hotel gehöre und nicht zum Pächter. Das Hotel habe eine örtliche Bedeutung. «Der Fall stünde anders, würde ein Hotel Sistar in Basel eröffnet werden», sagt Loosli.

Mit der Einigung wird der Name wieder Loosli gehören. Was er mit dem Namen machen wird, weiss er noch nicht. Sein Hotel, das unter «Newstar» erfolgreich gestartet sei, möchte er nicht schon wieder umbenennen. «Eine Verlinkung von <Sistar> und <Newstar> wäre sicherlich sinnvoll.» Aber ein Hotel Sistar wird es in St. Gallen vermutlich nicht mehr so schnell geben.

Rechte gehen im Sommer über

Unterschrieben sei noch gar nichts, vergisst Loosli nicht zu betonen. Kuhn hingegen geht davon aus, dass die Angelegenheit sehr bald erledigt ist. Knackpunkt ist offenbar der Auszahlungsbetrag. Loosli bestätigt nur, «dass eine Forderung von Kuhn vorliege». Einig sind sich beide Parteien, dass die Rechte am Namen, sofern der Vertrag unterschrieben wird, am 31. August diesen Jahres wieder an Loosli übergehen. Ein Jahr später, am 31. August 2016, soll dann auch die Domain an Loosli übergehen.

Aktuelle Nachrichten