«Der Umzug wertet Rorschach auf»

Jubel, Trubel und Konfetti: Der internationale Fasnachtsumzug in Rorschach ist geglückt. Ob er auch in zwei Jahren wieder stattfindet, ist jedoch offen. Die Präsidentin der Fasnachtsgesellschaft, Brigitte Höhener, über die Zukunft des Grossanlasses.

Linda Müntener
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Brigitte Höhener Präsidentin Fasnachtsgesellschaft Rorschach (Bild: lim)

Brigitte Höhener Präsidentin Fasnachtsgesellschaft Rorschach (Bild: lim)

Brigitte Höhener, 1400 Fasnächtler zogen am Sonntag anlässlich des internationalen Fasnachtsumzugs durch Rorschach. Tatsächlich zum letzten Mal, wie es an der Hauptversammlung der Fasnachtsgesellschaft angetönt worden ist?

Brigitte Höhener: Das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Es war ein wunderschöner Umzug. Das Wetter passte, die Leute waren aufgestellt. Aber uns fehlen nach wie vor zwei bis drei Leute, die beim Organisieren helfen.

Hat es denn finanziell gereicht?

Höhener: Das müssen wir zuerst ausrechnen. Wir haben am Sonntag 3850 Eintritte verkauft. Das ist an und für sich zufriedenstellend – natürlich könnte man immer etwas mehr gebrauchen. Auch wenn uns die Stadt bei den Aufräumarbeiten entgegenkommt, sind die Kosten noch immer hoch. Entscheidend ist nun, ob es dieses Jahr gereicht hat, um den Umzugsteilnehmern etwas in ihre Kasse zu geben.

Falls es sich finanziell nicht mehr auszahlen würde: Wäre es eine Option, den Umzug beispielsweise auf die Kirch- und die Löwenstrasse zu beschränken?

Höhener: Wir haben schon jegliche Alternativen zur Route auf der Hauptstrasse durchdacht. Aber letztlich können wir nicht darauf verzichten. Am Wochenende haben 43 Gruppen am Umzug teilgenommen. Bei so vielen Leuten braucht man einfach eine gewisse Länge der Umzugsstrecke. Sonst würden sich Anfang und Ende des Umzugs beissen. Das wäre ein zu grosses Durcheinander.

Würde der Verzicht auf den grossen Umzug die Auflösung der Fasnachtsgesellschaft Rorschach bedeuten?

Höhener: Nein. Den Kindermaskenball und den Kinderumzug werden wir mit Sicherheit weiterhin organisieren. Für diese Anlässe braucht es wesentlich weniger Bewilligungen, somit sind auch Kosten und Aufwand geringer.

Wie reagierten die Umzugsteilnehmer und die Zuschauer auf das mögliche Ende des internationalen Fasnachtsumzugs in Rorschach?

Höhener: Die Leute fänden es wahnsinnig schade, wenn der Umzug nicht mehr stattfinden würde – auch jene, die nicht unbedingt fasnachtsbegeistert sind. Wir vom OK übrigens auch. Es hat lange gedauert, bis wir uns mit dem Umzug einen solchen Namen machen konnten. An diesem Tag ist immer etwas los in der Stadt – und das ist sonst selten der Fall. Der Umzug gehört einfach dazu und wertet Rorschach auf. Deshalb wäre es wirklich schön, wenn wir Unterstützung von jüngeren Leuten bekämen.

Was müsste ein neues OK-Mitglied denn mitbringen?

Höhener: Organisationstalent. Wer sich nicht damit befasst, kann sich kaum vorstellen, wie gross der Aufwand für einen solchen Umzug ist. Wichtig sind die Freude am Organisieren und Computerkenntnisse. Man muss nicht einmal ein Fasnächtler sein. Heutzutage ist vieles mit Bürokratie verbunden. Für fast alles braucht man eine Bewilligung – angefangen beim Aufhängen der Plakate. Das wächst uns manchmal über den Kopf.

Wie geht es jetzt weiter?

Höhener: Wir bemühen uns nach wie vor um neue Mitglieder, fragen überall nach. Doch die Suche gestaltet sich als sehr schwierig. Immerhin jemanden fürs Sekretariat habe ich schon in Aussicht. Das wäre bereits eine grosse Entlastung. Wann die Entscheidung fällt, ob wir den grossen Fasnachtsumzug in zwei Jahren wieder organisieren, ist offen.

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