Der Trainer gibt die Richtung vor

Der EHC St. Gallen bestreitet morgen sein erstes Heimspiel in der 2. Liga. Auf Trainer Kevin Schüepp wartet viel Arbeit. Die höhere Gangart hat sein Team schon beim Saisonstart kennengelernt.

Ives Bruggmann
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Trainer Kevin Schüepp gibt den Spielern des EHC St. Gallen während eines Trainings taktische Anweisungen. (Bild: Ralph Ribi (St. Gallen, 4. Oktober 2016))

Trainer Kevin Schüepp gibt den Spielern des EHC St. Gallen während eines Trainings taktische Anweisungen. (Bild: Ralph Ribi (St. Gallen, 4. Oktober 2016))

«Wir haben keine Stars in der Mannschaft.» Immer wieder sagt Kevin Schüepp diesen Satz. Und diese Aussage des Trainers beschreibt die Ausgangslage des EHC St. Gallen in der 2. Liga. Der Aufsteiger ist Aussenseiter, das Budget des Clubs ist im Vergleich zu den Topmannschaften gering, das Niveau im Vergleich zur 3. Liga dagegen ganz ein anderes. «Sie laufen besser Schlittschuh und sind technisch besser ausgebildet», sagt Schüepp. Jeder Spieler sei in allen Bereichen einfach ein Stück besser. Für seine Mannschaft gelte es deshalb in anderen Bereichen zu punkten. «Wir müssen kämpfen und zusammenstehen. Und vor allem: Eine Mannschaft sein», sagt Schüepp. Es seien – auch dank des Aufstiegs – alle topmotiviert und mit viel Spass bei der Sache. Diesen Elan gelte es in die neue Liga mitzunehmen.

St. Gallen will sich in der 2. Liga etablieren

Auch im Verein herrscht nach dem Aufstieg eine positive Grundstimmung. «Wir sind sehr gut aufgestellt. Sowohl im Vorstand und bei den Funktionären als auch bei den Teams», sagt Präsident Roger Brunner. Dass sich etwas tut beim EHC, zeigt sich auch auf anderen Ebenen. «Wir haben ein neues Logo und ein neues Dress», sagt Brunner. Aus dem langfristigen Ziel für seinen Verein macht der Präsident kein Geheimnis. «Wir wollen uns in der zweiten Liga etablieren.» Trotz dieses Vorhabens will der Club seiner bisherigen Philosophie treu bleiben. «Der EHC St. Gallen zahlt seinen Spielern nichts.»

Dass es für die St. Galler in der 2. Liga schwierig wird, hat das erste Spiel am vergangenen Samstag deutlich gemacht. 0:9 verlor die Mannschaft von Schüepp gegen das Topteam Prättigau. «Der Gegner war spielerisch besser», sagt der Trainer. Und dennoch: «Elf Strafen gegen einen solchen Gegner sind einfach zu viel.» Die Niederlage gelte es rasch abzuhaken. Möglichst schon im morgigen Heimspiel gegen Dielsdorf-Niederhasli. Spielbeginn in der Eishalle Lerchenfeld ist um 20.15 Uhr. Dabei mithelfen werden auch sechs Neuzugänge. Fünf davon kommen vom EHC Uzwil, mit dem die St. Galler eine Partnerschaft eingegangen sind. «Das ist unser Weg», sagt Schüepp. Man wolle um die bisherigen Leistungsträger wie Ralph Hengartner, Roman Schaub und Remo Schmid eine Mannschaft mit jungen Wilden aufbauen.

Begegnung mit ehemaligem Mitspieler

Morgen trifft Schüepp auf einen alten Bekannten aus Spielerzeiten: Serge Cornioley ist Trainer des Gegners. Dementsprechend haben die beiden keine Geheimnisse voreinander. «Beide wissen, wie der andere spielen lässt», sagt Schüepp. Es werde darauf ankommen, welche Mannschaft es besser umsetze.