Der Streit hat ein Ende

Die Baugenossenschaft für schönes Wohnen hat endlich eine Generalversammlung abgehalten – per richterlichem Entscheid. Mit dem neuen Vorstand soll nun alles besser werden.

Elisabeth Reisp
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Die Sonne scheint wieder über der Baugenossenschaft. (Bild: Benjamin Manser)

Die Sonne scheint wieder über der Baugenossenschaft. (Bild: Benjamin Manser)

Die Baugenossenschaft für schönes Wohnen an der Zwyssigstrasse hat einen neuen Vorstand gewählt. Diese Nachricht wäre nicht wirklich von Interesse, steckte dahinter nicht eine über bald ein Jahr andauernde Geschichte (das Tagblatt berichtete). Eine Geschichte über einen entzweiten Vorstand, eine Präsidentin, die keine Unterstützung mehr genoss, und von Generalversammlungen, die immer wieder verschoben oder verhindert wurden. Doch dies soll alles der Vergangenheit angehören.

Per Gerichtsentscheid wurde letzte Woche schliesslich doch noch eine ausserordentliche Generalversammlung durchgeführt. Deren einziger Zweck war es, den Vorstand der Baugenossenschaft neu zu wählen. Der Vorstand, der zuletzt aus «zweieinhalb Personen» bestand – «es war alles so verwirrend», sagt der neue Präsident Robert Geiger dazu – ist nun wieder voll besetzt. Nebst dem Präsidenten besteht der Vorstand nun aus neun weiteren Mitgliedern. «Etwas mehr als nötig, aber wir wollen einen starken Vorstand, der auch funktioniert, wenn sich die älteren Semester in ein paar Jahren wieder zurückziehen», sagt Robert Geiger. Er selber werde sich an der nächsten ordentlichen Generalversammlung im Frühling für eine Amtszeit der Wiederwahl stellen. Danach, hofft er, soll eine jüngere Person, die nicht in der Genossenschaft wohnt, unbelastet ist, das Ruder übernehmen.

Damals, als die Polizei gerufen wurde

Geiger war einer der Initianten, die der ehemaligen Präsidentin das Vertrauen entzogen und eine Neuwahl forderten. Unter der Leitung der ehemaligen Präsidentin ist es zu Unruhen im Vorstand und schliesslich in der ganzen Baugenossenschaft gekommen. Vorstandsmitglieder traten aus dem Gremium aus oder wurden von der Präsidentin entlassen. Der ehemals siebenköpfige Vorstand hatte zuletzt noch drei Mitglieder.

Eine angesagte ausserordentliche Generalversammlung im Mai – Geiger hatte beantragt, an dieser GV den Vorstand neu zu wählen – wurde nicht abgehalten, weil etlichen Genossenschaftern die Einladung und schliesslich auch von privaten Sicherheitsmännern der Eintritt zur Versammlung verwehrt wurde. Sogar die Polizei wurde gerufen.

Unschönes Kapitel abschliessen

Weshalb alles so weit gekommen ist, wird sich wohl nie ganz klären. Beide Seiten warfen einander ungetreue Geschäftsführung vor. Auch die Schweizerische Finanzmarktaufsicht (Finma) soll Druck auf die Baugenossenschaft ausgeübt haben. «Völlig übertrieben», wehrt Geiger den Vorwurf ab. Es müssen tatsächlich zwei Sätze im Reglement angepasst werden. Aber dafür brauche es eben eine ordentliche Generalversammlung. Solange diese nicht abgehalten wurde, konnte man dies nicht anpassen. Für die Situation der Darlehensgelder der Genossenschaft ändere sich faktisch aber nichts. Und zum angeblich überhöhten Zinssatz für die Darlehensgelder sagt Geiger: «Der Zinssatz müsse tatsächlich wieder angepasst werden, genauso wie auch der schweizweite Referenzzinssatz sich verändere. Aber auch dafür braucht es eine Generalversammlung.» Hauptsache, das unschöne Kapitel ist zu Ende.