Der Stapi sticht an

ST.GALLEN. Stadtpräsident Thomas Scheitlin hat gestern abend vor dem Waaghaus mit dem traditionellen Fassanstich in der «schönsten Stadt der Schweiz» das St. Galler Fest eröffnet.

Yvonne Bugmann
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Das Bier sprudelt: Stadtpräsident Scheitlin eröffnet das Fest. (Bild: Urs Bucher)

Das Bier sprudelt: Stadtpräsident Scheitlin eröffnet das Fest. (Bild: Urs Bucher)

Hält das Wetter oder hält es nicht, das ist die grosse Frage. Es hält. Pünktlich zum Festbeginn lugen die ersten Sonnenstrahlen zwischen den Wolken hervor. Dabei ist sich St. Gallen Regen gewohnt, besonders am Stadtfest. Innovative Wirte und Organisatoren überdecken seit Jahren schon halbe Gassen mit Blachen, damit die Gäste auch bei Regen trocken bleiben. Heute abend dürften sie willkommen sein – Regen ist angesagt.

Freitagabend, kurz nach halb sieben Uhr, sind die letzten Aufbauarbeiten noch in Gang. Hier wird ein Gerüst montiert, dort ein Schild befestigt. An einer Ecke riecht es nach Fleisch, an der anderen nach Curry und am nächsten Ort nach Käse, ein Stand reiht sich an den nächsten. Langsam füllen sich die Gassen mit Menschen. Einige kommen wohl direkt von der Arbeit, tragen Anzug und Krawatte.

«Freitag ist St. Galler Tag»

Von der Waaghaus-Bühne erklingen indianische Töne. Die vierköpfige Gruppe Pucaramanta spielt Lieder aus Nord- und Südamerika. Neben der Bühne steht Stadtpräsident Thomas Scheitlin, wartet geduldig auf seinen Auftritt. In der Regel gehe er jedes Jahr ans St. Galler Fest, erzählt er. «Meistens gehe ich am Freitag.» Der Freitag sei der St. Galler Tag, dann seien vor allem Einheimische am Fest. «Mir gefallen die vielen Menschen, die ich hier treffe, mit denen ich diskutieren kann.»

OK–Präsident Bruno Bischof steht ebenfalls seitlich der Bühne, ist immer in Bewegung, gibt Anweisungen und Handzeichen. Langsam füllt sich der Marktplatz. «Geh nicht zu weit nach hinten, sonst gibt's kein Bier», ermahnt eine Frau ihren Begleiter.

Dank an Petrus

Bischof tritt auf die Waaghaus-Bühne, bedankt sich bei allen Beteiligten. «Einen muss ich speziell erwähnen, den Petrus. Bis jetzt hat er es gut gemacht», freut sich auch der OK-Präsident über das gute Wetter.

Dann wird das Bierfass auf die Bühne getragen und Stadtpräsident Scheitlin tritt herauf. Er begrüsst die Festbesucher in der «schönsten Stadt der Schweiz», bevor er eine braune, viel zu grosse Lederschürze umgebunden und einen Holzhammer in die Hand gedrückt erhält. Fünf, sechs, sieben Mal schlägt er auf den Zapfhahn, und das Bier sprudelt aus dem Fass heraus.

«Jetzt muss ich mein Gratis-Bier holen», ruft ein Mann und drängt sich vor die Bühne, wo Scheitlin und Bischof beginnen, der wartenden Menge Bier auszuschenken. Das St. Galler Fest ist eröffnet.

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