Der Sommer bringt die Sintflut

ST.GALLEN. Auf dem Klosterplatz starten am Freitagabend die 5. St.Galler Festspiele. Hauptproduktion ist Gaetano Donizettis Oper «Il diluvio universale – Die Sintflut». Der Stoff findet sich mannigfach variiert in Mythen vieler Völker.

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Festspielstimmung auf dem St. Galler Klosterplatz: «Il diluvio universale» von Gaetano Donizetti. (Bild: Urs Jaudas)

Festspielstimmung auf dem St. Galler Klosterplatz: «Il diluvio universale» von Gaetano Donizetti. (Bild: Urs Jaudas)

Man mag es als kleine Provokation des Theaters St. Gallen werten: Als Freilichtproduktion, die mit trockenem Wetter steht und fällt, wählte man dieses Mal eine Oper mit dem Titel «Die Sintflut». Sintflutartige Regenfälle brachten der Mai und der Juni tatsächlich; zumindest für die Premiere aber dürfte ein strahlender Himmel über dem Klosterplatz stehen und für beste Bedingungen sorgen.

Donizetti-Rarität

Die 1830 entstandene Oper «Il diluvio universale» ist eine fast vergessene Rarität innerhalb eines Werks, das als eigentliche Fundgrube für Wiederentdeckungen gilt. Der in Bergamo aufgewachsene Gaetano Donizetti (1797–1848) hinterliess mehr als siebzig Opern. Wie in seinen bekannten, viel gespielten Opern «Lucia di Lammermoor oder «L'elisir d'amore» beweist er auch im Liebes- und Familiendrama aus biblischer Zeit seine unverwechselbare Handschrift in der Charakterzeichnung durch Melodie und Instrumentation.

Die St. Galler Inszenierung, welche siebenmal im stimmungsvollen Rahmen der Klosteranlage gespielt wird, realisierte Inga Levant, die musikalische Leitung hat Antonino Fogliani.

250 Sintflutmythen

Das Thema Sintflut beschäftigte nicht nur Donizetti. «Geschichten über Flutkatastrophen sind in den Mythen vieler Völker überliefert», stellt der Sprachwissenschafter Harald Haarmann in seiner «Geschichte der Sintflut» fest. Bis heute sind mehr als 250 Sintflutmythen bekannt.

Und für die interessiert sich auch die Forschung. Hat sich eine universelle Flut, wie in der Bibel geschildert, überhaupt je ereignet? (Hn.)

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