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Der Solidarität verpflichtet

Haldenpfarrer Andreas Nufer hat das Solidaritätsnetz Ostschweiz und das Sozial- und Umweltforum initiiert. Nun verlässt er St. Gallen in Richtung Bern. Am Dienstag erzählte er im Solidaritätshaus von seinem Wirken.
Claudia Schmid
Pfarrer Andreas Nufer verlässt St. Gallen. Er hinterlässt der Stadt das Solidaritätsnetzwerk und das Sufo. (Bild: Benjamin Manser)

Pfarrer Andreas Nufer verlässt St. Gallen. Er hinterlässt der Stadt das Solidaritätsnetzwerk und das Sufo. (Bild: Benjamin Manser)

Anfang der 1990er-Jahre kam Pfarrer Andreas Nufer in die ökumenische Kirchgemeinde Halden nach St. Gallen. Kurz darauf reiste er als Austauschpfarrer nach Belem in Brasilien. Der Aufenthalt in Südamerika habe die Art und Weise seines Wirkens in der Haldengemeinde entscheidend geprägt, sagte er im Solidaritätshaus St. Fiden im Gespräch mit dem Pfarrer und Tagblatt-Redaktor Daniel Klingenberg.

Mit den Menschen

Der evangelische Haldenpfarrer habe in St. Gallen viele Spuren hinterlassen, sagte Daniel Klingenberg. Er liess die Frage folgen: «Wie lautet das Erfolgsrezept, um Menschen für eine Sache begeistern zu können?» Zum einen wirke die ökumenische und interreligiöse Zusammenarbeit in der Halden befruchtend, antwortete Andreas Nufer. Zum anderen habe er umgesetzt, was er während seiner Zeit in Südamerika gelernt habe. «Man muss an der Basis wirken, auf die Leute zugehen, Ideen und Impulse geben, mobilisieren. So lassen sich Menschen finden, die sich engagieren», antwortete der 47jährige Pfarrer. Seiner Meinung nach setze die Kirche viel zu wenig auf animatorische Impulse.

Das Solidaritätsnetz Ostschweiz bezeichnete Nufer als «Phänomen». Die menschenunwürdige Asylpolitik liege so schwer in der Luft, dass sich zwangsläufig viele engagierte Leute zusammengefunden hätten. «Bei den einen war der Glaube die treibende Kraft, andere sind politisch motiviert. Im Solinetz sind Gläubige und Nichtgläubige, Mitglieder von linken und bürgerlichen Parteien vertreten», betonte der scheidende Haldenpfarrer.

Nicht zu Engagement zwingen

Die Grundregel sei dabei, dass man sich gegenseitig mit Ernsthaftigkeit respektiere. «Die einen beten für die Flüchtlinge, andere kochen für sie, und wieder andere setzen sich an Demos für ihre Belange ein.» Wichtig sei, dass man niemanden zu etwas dränge, was ihm nicht liege. «Wer seinen Beitrag mit einem Kocheinsatz, nicht in der Öffentlichkeit leisten will, muss nicht dazu überredet werden, an einer Demo teilzunehmen. Das wäre ein Übergriff.»

Skepsis und Unterstützung

Die Aktivitäten des Solidaritätsnetzes stiessen zwangsläufig nicht überall auf Begeisterung. «Natürlich haben wir Skepsis und Ablehnung erfahren», sagte Andreas Nufer. Zeitweise hätten die politischen Behörden mit Nervosität reagiert. Unterstützung habe man jedoch von den Kirchenbehörden erhalten. «Vor allem von der Kirchenvorsteherschaft in Tablat und dem Kirchenrat haben wir viel Zustimmung erfahren.»

Das Solidaritätsnetz zählt heute rund 1400 Mitglieder. Das Sozial- und Umweltforum (Sufo) hat diesen Mai zum sechsten Mal stattgefunden und rund 2000 Personen angezogen. Werden die beiden von Nufer initiierten Projekte auch nach seinem Wegzug Bestand haben? «Das ist gar keine Frage», sagt der Haldenpfarrer. «Es gibt in der Ostschweiz sehr viele engagierte Leute. Sie sind es, die sowohl das Solinetz als auch das Sufo erfolgreich gemacht haben. Am Anfang brauchte es nur den Anstoss.» Und was sind seine Pläne am neuen Wirkungsort in Bern? «Das wird sich weisen. Auch dort gibt es Menschen, die sich in emanzipatorischen Verbänden für ein gerechtes Zusammenleben engagieren wollen.»

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