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Der Saubermacher übergibt

Seit 33 Jahren hält René Allenspach Abtwils Strassen sauber. Er arbeitete unter vier Gemeindepräsidenten und weiss noch von Zeiten, in denen er den Schnee mit der Schaufel schippen musste.
Christoph Renn
Marco Fässler tritt die Nachfolge von René Allenspach (rechts) als Bauamtsarbeiter an. (Bild: Ralph Ribi)

Marco Fässler tritt die Nachfolge von René Allenspach (rechts) als Bauamtsarbeiter an. (Bild: Ralph Ribi)

Ende Monat ist es für René Allenspach so weit: Seit 33 Jahren ist er – unter vier verschiedenen Gemeindepräsidenten – für den Unterhalt des Strassen- und Kanalisationsnetzes in Gaiserwald zuständig und geht nun in Pension. «Ich freue mich auf meinen neuen Lebensabschnitt», sagt er und fügt schmunzelnd an: «Ich bin froh, dass ich diesen Winter nur noch die eigene Einfahrt vom Schnee befreien muss.»

Mehr Abfall auf den Strassen

Doch nicht nur die Wintermonate seien für ihn streng gewesen. Im Herbst müsse das Laub entfernt werden und während des ganzen Jahres Abfall. «Das hat sich geändert», sagt Allenspach. «Es liegt mehr Abfall herum als früher. Das grösste Problem ist, dass Autofahrer ihren Dreck auf die Wiesen werfen, wo Kühe fressen.» Das sei vor 30 Jahren kein Problem dieses Ausmasses gewesen. Doch wolle er nicht alle in den gleichen Topf werfen. «Die meisten Leute wissen sich zu benehmen. Aber eben nur die meisten.» Es sei ja nicht so, dass es heute weniger Kübel als früher gebe. Insgesamt sind es in Abtwil 150. «Diese leeren wir jede Woche ein bis zwei Mal.» René Allenspach vermisst heutzutage aber nicht nur den fehlenden Respekt vor der Umwelt, sondern auch den persönlichen Kontakt mit den Abtwilern. Früher habe man sich in den Dorfbeizen getroffen und sich auf der Strasse gegrüsst. Das komme immer noch vor, aber nicht mehr so oft. Dies zeigt sich im Café Gschwend, wo Allenspach von allen gegrüsst wird und alle einen kleinen Schwatz mit ihm halten. Als Grund für die gestiegene Anonymität sieht er die rege Bautätigkeit in den vergangenen Jahren. So wünscht er sich für die Zukunft, dass die Gemeinde die letzten Grünflächen nicht auch noch verbaut. Denn dadurch sei Abtwil zu einem Schlafdorf geworden. «Die Leute verbringen mehr Zeit in St. Gallen.» Auch Allenspach kennt sich in der Kantonshauptstadt aus. «Ich bin in St. Gallen aufgewachsen. Als ich die Anstellung in Gaiserwald erhalten habe, bin ich aber hierher gezogen», sagt er. Und nun werde er in St. Josefen seinen Lebensabend mit seiner Frau verbringen. «Ich habe meine Frau in einer Beiz in Abtwil kennen gelernt», erzählt er. «Sie hat dort serviert.» Zusammen haben sie zwei Buben grossgezogen. «Und ich bin bereits Grossvater», sagt Allenspach stolz. «Ich hoffe, dass ich noch Urgrossvater werde.»

Arbeit ist technischer geworden

Abtwil habe sich in den vergangenen 30 Jahren klar verändert. Aber nicht nur das: «Unsere Arbeit ist viel technischer geworden mit all den Maschinen und Fahrzeugen», sagt Allenspach. Ohne diese wäre das Dorf aber nicht mehr sauber zu halten. «Ich erinnere mich, als wir den Schnee noch mit der Schaufel schippen mussten.» Damals habe es jedoch nur ein Trottoir durchs Dorf gegeben. «Dafür muss ich mich heute vermehrt mit der Elektronik beschäftigen.» Und er fügt an: «Für alles, was heute im Werkhof steht, habe ich mich eingesetzt.» Als er begonnen habe, sei ihm nicht einmal eine Schaufel zur Verfügung gestellt worden. Dass Allenspach mehr als 30 Jahre als Bauamtsarbeiter in Gaiserwald tätig sein wird, hat sich zu Beginn nicht abgezeichnet: «Mein damaliger Chef hat mir das Leben sehr schwer gemacht», erinnert er sich. «Im ersten Jahr musste ich mich regelrecht durchbeissen.» Doch dann sei der Chef in Pension gegangen und die Situation habe sich um 180 Grad geändert. Nun übergibt Allenspach selbst den Schlüssel an eine neue Generation.

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