«Der Rückhalt im Quartier war zu gering»

Nachgefragt

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Lange hat sich der Quartierverein Riethüsli gegen die Pläne von Stadt und Kanton gewehrt, die Passerelle über die Teufener Strasse abzubrechen und durch einen Übergang mit Lichtsignal zu ersetzen. Nun zieht sich der Quartierverein aber aus dem Kampf um die Passerelle zurück und macht so den Weg frei für die Umgestaltung der Teufener Strasse. Präsident Hannes Kundert erklärt, weshalb.

Warum gibt der Quartierverein die Passerelle auf?

Der Rückhalt im Quartier war zu gering. Sowohl das Elternforum als auch die Primarschule wollen sich nicht für die Passerelle einsetzen. Bei dieser Ausgangslage ergibt ein weiteres Engagement keinen Sinn.

Ziehen Sie die Einsprache gegen die Neugestaltung beim Kanton also zurück?

Ja. Der Vorstand hat diesen Entscheid grossmehrheitlich mitgetragen. Das heisst aber nicht, dass wir nicht nach wie vor die Passerelle als sinnvollste Lösung erachten würden.

Der Erhalt der Passerelle wurde in einem Vorstoss thematisiert, die CVP unterstützte das Anliegen. Warum haben Sie erst so spät gemerkt, dass der Rückhalt zu gering ist?

Wir haben im Vorfeld den Puls des Quartiers gefühlt. Sowohl bei einer Online-Umfrage als auch bei einer Podiumsdiskussion äusserte eine grosse Mehrheit die Meinung, die Passerelle solle erhalten bleiben.

Bedeutet Ihr Rückzug, dass Sie mit der Lösung der Stadt gut leben können?

Wir müssen ja. Die Quartiere werden vor vollendete Tatsachen gestellt und können sich erst dann wehren. Es bleibt aber zu hoffen, dass im Stadtrat diesbezüglich eine neue Kultur einkehren kann. (ghi)