Der Richtplan kommt ins Dorf

«Und was heisst das nun konkret?» Mit dieser Frage startete am Mittwochabend die Diskussion um den Richtplan in St. Georgen. Sie drehte sich um den Verkehr, die Familiengärten und die geplanten Siedlungserweiterungen.

Josef Osterwalder
Drucken
Teilen
Riethüsli hofft auf Verbesserungen beim Verkehr. (Archivbild: Ralph Ribi)

Riethüsli hofft auf Verbesserungen beim Verkehr. (Archivbild: Ralph Ribi)

St. Georgen ist nicht einfach ein Quartier, sondern versteht sich als «Dörfli». Dennoch ist auch das Siedlungsgebiet hoch über der Stadt vom Richtplan betroffen. Genauso wie das Riethüsli, dessen Bevölkerung am Mittwochabend ebenfalls im Adlersaal über das neue Planungsinstrument der Stadt orientiert wurde. Denn das, was im Tal vorgesehen ist, wirkt sich auch auf die Hügel aus.

Wie konkret ist Richtplanung?

«Und was heisst das nun konkret?», die eingangs gestellte Frage zeigt, dass man es genau wissen will. Der Einwurf bezieht sich auf die «Nachhaltigkeit», die in der Gestaltung der Strassen so gut wie in der Siedlungsentwicklung angestrebt wird.

Was das nun aber «konkret» bedeutet, kann Stadtplanerin Helen Bisang nicht in einem kurzen Satz erklären.

Vielmehr erläutert sie, wie sich ein solcher Grundsatz durch die ganze Planung hindurchzieht, von den Ideen für die Freiräume bis zum Erhalt der Ortsbilder. «Das ist halt alles etwas abstrakt», sagt Stadträtin Elisabeth Beéry. Immerhin zeigt es den rund sechzig Personen im Adlersaal die Chancen und Grenzen der Richtplanung auf. Diese setzt ja bewusst zu einem Zeitpunkt ein, an dem die Vorhaben noch nicht «konkret» sind.

Bei der Richtplanung handelt sich um erste Überlegungen, um «Weichenstellungen», wie die Stadträtin am Orientierungsabend sagt. «Die Flughöhe ist noch hoch; man trifft Entscheidungen, die sich vielleicht erst in zwanzig oder dreissig Jahren auswirken werden.»

Dies macht die Diskussion um den Richtplan aber nur umso anspruchsvoller und notwendiger. Es geht um die Stadt, wie man sie der nächsten Generation übergeben will.

Siedlungserweiterung

Die Orientierung über den Richtplan setzt im Adlersaal darum bei der Stadt als Ganzes und nicht bei den Quartierinteressen von St. Georgen und Riethüsli an. Diese bilden auch nicht die hauptsächlichen Brennpunkte der Stadtentwicklung. Die Problemzonen der Stadt liegen in anderen Quartieren.

Einzelne Perspektiven des Richtplans betreffen allerdings auch die beiden hoch gelegenen Südquartiere der Stadt.

So sind sie vor allem von den beabsichtigten Siedlungserweiterungen bei Ladern und in Oberhofstetten betroffen, wo zusammen Wohnraum für rund 130 Personen geschaffen werden könnte. Auswirkungen hat auch die Verkehrsplanung, namentlich auf die Entwicklung im Riethüsli.

St. Georgen hat Bedeutung im Bereich Landschaftsplanung, gilt doch der Höhenzug von Dreilinden als Naherholungsgebiet von regionaler Bedeutung. Der Dorfkern von St.

Georgen gehört mit Kirche und Jugendstilbauten zu den Ortsbildern, deren Bausubstanz gestärkt werden sollen.

Fragen aus der «Flughöhe»

Entsprechend der «Flughöhe», in der sich die Richtplanung bewegt, wird auch die Diskussion nicht allzu detailliert. Es geht vor allem um zusätzliche Erläuterungen.

Die Hälfte der Fragen bezieht sich denn auch nicht auf St. Georgen und das Riethüsli selbst, sondern auf die Richtplanung im ganzen Stadtgebiet.

Angesprochen werden Verkehrsfragen: Zunahme der Mobilität, Zukunft der Stadtautobahn, Südspange, Velonetz.

Auf diese Fragen geht Christian Hasler, der stellvertretende Stadtingenieur, ein. Auch er kann allerdings nicht sehr konkret werden, da die Federführung beim Bund liegt.

Verkehrsbelastung

Einige Fragen betreffen die Quartiere selbst.

Im Riethüsli geht es um die Entlastung der Teufener Strasse vom Verkehr und die Auswirkungen des Tunnelprojektes der Appenzeller Bahn. Hier seien Stadt, Bahn und Quartier im konstruktiven Gespräch, wird versichert. Auch die Gefahren der St. Georgen-Strasse sollen diskutiert werden. Ein Orientierungsabend ist auf den 12. Januar angesetzt.

Angesprochen wird auch die Zukunft der Familiengärten Ruckhalde und Weiherweid. In der Richtplanung gehe es darum, allfällige Alternativstandorte zu suchen, sagt dazu Martin Schmid vom Stadtplanungsamt.

Drei Weieren, Idyll von regionaler Bedeutung. (Bild: Leserbild: Hans Sturzenegger)

Drei Weieren, Idyll von regionaler Bedeutung. (Bild: Leserbild: Hans Sturzenegger)

Schützenwiese, vorgesehen für eine Wohnüberbauung. (Bild: Michel Canonica)

Schützenwiese, vorgesehen für eine Wohnüberbauung. (Bild: Michel Canonica)