Der Praktikant läuft jetzt am Radio

«I still wait, wait, I'm still waiting for you, waiting for your call.» Wer ab und zu Radio hört, dem dürfte diese Zeile bekannt vorkommen. Gesungen wird sie von Nicola Kneringer, besser bekannt als Nickless.

Kathrin Reimann
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Mit sieben lernte er Schlagzeug spielen, mit acht gab er sein erstes Konzert: Nicola Kneringer alias Nickless. (Bild: pd/Christoph Koestlin)

Mit sieben lernte er Schlagzeug spielen, mit acht gab er sein erstes Konzert: Nicola Kneringer alias Nickless. (Bild: pd/Christoph Koestlin)

«I still wait, wait, I'm still waiting for you, waiting for your call.» Wer ab und zu Radio hört, dem dürfte diese Zeile bekannt vorkommen. Gesungen wird sie von Nicola Kneringer, besser bekannt als Nickless. Sein Song «Waiting» gehört zu den meistgespielten Liedern der Schweizer Radios und wurde vom 20jährigen Kneringer eigens komponiert und geschrieben. Es brachte dem jungen Mann auch den Preis für den besten Hit bei den letzten Swiss Music Awards ein, und das, obwohl er noch gar kein Album herausgebracht hat. Live kann man ihn – begleitet von seiner Band, welche sich aus seinen Freunden zusammensetzt – übermorgen im Kugl hören. Dort spielt der junge Zürcher im Vorprogramm von Baschi.

Gutes Wetter in St. Gallen

Mit seinem Auftritt in St. Gallen kehrt Kneringer quasi zu seinen Wurzeln zurück. «Meine Mutter wurde in der Stadt geboren», sagt der Musiker. Aufgewachsen sei sie allerdings in Hinterforst. «Doch wir waren öfters in der Ostschweiz, auch weil meine Grossmutter bis zu ihrem Tod in Degersheim lebte.» Und obwohl er aus dem «grossen Zürich» kommt, findet er das «kleine St. Gallen» mehr als niedlich. «Die Leute sind entspannt, das Wetter ist oft gut – ich bin gerne in St. Gallen.» In der Stadt gespielt hat er aber bisher noch nie. Der Kugl-Gig wird sein erster sein.

Erstes Konzert mit acht Jahren

Und das, obwohl Kneringer trotz seines zarten Alters schon viel Bühnenerfahrung hat. «Mein erstes Konzert gab ich im Alter von acht Jahren», sagt er. Damals sass er noch am Schlagzeug einer Band, die schweizerdeutschen Rock spielte.

Im Alter von zwölf Jahren spielte Kneringer dann bereits in seiner zweiten Band names Klirrfaktor – auch dort am Schlagzeug. Mittlerweile hat sich der Zürcher aber Gitarre- und Pianospielen selbst beigebracht hat. Der Wechsel ans Mikrophon vollzog sich während seiner Schulzeit an der Kunst- und Sportschule – einer speziellen Sekundarschule, die er in Zürich absolvierte. Bereits vorher hatte er eigene Songs geschrieben. «Aber vor der Pubertät war meine Stimme zu hoch, um die Lieder selber zu singen.» Und dass für seine Songs nur er selber als Sänger in Frage kommt, war für ihn immer klar.

Während der Schulzeit arbeitete Kneringer an einem Album, welches er als Abschlussarbeit der ganzen Schule präsentierte. «Die Rückmeldungen waren durchs Band positiv, das hat mich bestätigt.» Weil ihm klar war, dass er ins Musikbusiness will, fragte er beim Produzenten Thomas Fessler, ob er ein Praktikum in seiner Firma absolvieren könne. Fessler arbeitet mit Schweizer Künstlern wie 77 Bombay Street, Lovebugs, Plüsch, Sina, Bastian Baker, Dada Ante Portas oder Marc Sway. «Fessler sagte mir, dass er eigentlich keine Lehrlinge ausbilde. Schon gar nicht so junge.» Trotzdem durfte Nicola Kneringer drei Monate in seinem Betrieb schnuppern. Fessler war überzeugt und behielt den jungen Mann für ein zweijähriges Praktikum. «Ich habe zwar Kafi gemacht und das WC geputzt, aber auch viel gelernt und wichtige Kontakte geknüpft.» Ausserdem liess er sich nebenbei noch zum Tontechniker ausbilden.

Kontakte knüpfen an Party

Wie wichtig die Kontaktknüpferei im Schweizer Musikbusiness ist, zeigte sich Kneringer, als ihn 77-Bombay-Street-Sänger Matt Buchli an seine Geburtstagsfeier einlud. «Er sagte mir, ich solle doch mal meine Gitarre aus dem Auto holen und etwas spielen. Er war begeistert und nahm mich mit auf die Tour seiner Band.» Auch Bastian Baker hört Nickless an dieser Party, ist ebenfalls von seiner Musik angetan und lädt ihn auf seine Tournée ein. Bald wird Nickless auf seine eigene Tour gehen können: Sein Débutalbum «Four Years» erscheint am 4. März. Mit diesem will der junge Künstler vor allem eines erreichen: «Konzerte spielen, so oft es geht. Und dabei nie den Spass an der Musik verlieren.»

Nickless im Vorprogramm von Baschi: 25. Februar, 20 Uhr, Kugl.

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