Der Pausenplatz gab zu reden

Das Spelterini-Schulhaus wird innen und aussen saniert. Nach einer Grundsatzdebatte, wie viel Geld für seinen Aussenplatz überhaupt ausgegeben werden darf, sprach sich das Parlament für die Vorlage aus.

Sebastian Schneider
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Grau in grau und mit Kleinbauten verstellt: Der Platz hinter dem Schulhaus Spelterini heute. Im Hintergrund das Hadwig-Schulhaus der Pädagogischen Hochschule St. Gallen. (Bild: Reto Voneschen)

Grau in grau und mit Kleinbauten verstellt: Der Platz hinter dem Schulhaus Spelterini heute. Im Hintergrund das Hadwig-Schulhaus der Pädagogischen Hochschule St. Gallen. (Bild: Reto Voneschen)

Das Schulhaus Spelterini muss saniert werden. Darin waren sich die Parlamentarier an ihrer gestrigen Sitzung einig. So soll, wie der Stadtrat es vorsieht, umgehend mit der Innensanierung begonnen werden. Gemäss Planung soll die Innensanierung zum Schulstart im August bereits abgeschlossen, was laut Doris Königer (SP), der Präsidentin der Baukommission, «eng, aber machbar» ist.

Die insgesamt 2,5 Millionen Franken teure Sanierung sieht neben den baulichen Massnahmen im Innenbereich, etwa dem Umbau der Hauswartswohnung in Schulzimmer, auch eine umfassende Neugestaltung der Aussenanlagen vor. Und diese war mit 850 000 Franken einigen bürgerlichen Politikern einiges zu teuer veranschlagt.

SVP stellt Antrag

«Es ist eine Frage der Prioritäten», sagte Heini Seger namens der SVP-Fraktion. In anderen St. Galler Schulhäusern sei der Handlungsbedarf grösser und dringender. Warum müsse so viel Geld für einen erst 20 Jahre alten Pausenplatz ausgegeben werden? Im Namen seiner Fraktion stellte Seger den Antrag, diesen Kostenpunkt um eine halbe Million Franken zu senken.

Eine grosse Mehrheit der FDP werde dem Antrag der SVP zustimmen, sagte FDP-Fraktionspräsident Roger Dornier. Mit solch «aufwendigen Optimierungen» würde die Stadt Zeichen setzen, die in den Quartieren wohl unterschiedlich aufgenommen würden. Um die finanzpolitische Grosswetterlage angemessener zu berücksichtigen, solle man die Mittel «etwas bescheidener» sprechen.

Die bürgerlichen Voten stimmten Robert Furrer, der für Grüne, Junge Grüne und Grünliberale sprach, «nachdenklich». Wenn es heute derart viele dringliche Projekte bei städtischen Schulhäusern gebe, dann müsse man der Frage nach dem Warum nachgehen. «In den vergangenen Jahren wurden in der kantonalen Finanzpolitik fatale Fehlentscheide getroffen.» Auslöffeln müssten die Suppe alle, vor allem aber die Schwächeren. Furrer kritisierte, dass die Bürgerlichen im Stadtparlament diese Politik mitgetragen hätten und heute lieber Strassenausbauprojekte vorantrieben, statt Geld in Primarschulen zu investieren.

Gewinner der «Sparwut»

Für die SP/Juso/PFG-Fraktion habe die Vorlage nur einen Makel, sagte Beatrice Truniger (SP): «Dringlich ist sie nun wirklich nicht.» Das Spelterini-Schulhaus profitiere einfach von der «Sparwut», die in der Stadt herrsche. Für kleinere Projekte wie dieses sei eben noch Geld da.

Baudirektorin Patrizia Adam ordnete die Frage der Dringlichkeit anders ein: Die Kinderbetreuung werde im Rahmen dieses Projekts ausgebaut. Und es sei jetzt endlich an der Zeit, dass die Schulkinder nicht mehr nur auf Asphalt spielen müssten. Adam sprach von einem «desolaten Zustand». Die Aussenplatzgestaltung sei auch eine Aufwertung für das Quartier, die 850 000 Franken seien gerechtfertigt.

Eine Mehrheit der CVP/EVP/BDP-Fraktion folgte ihrer Stadträtin und sprach sich mit der linken Ratsseite für die Vorlage aus. Der Antrag der SVP, den Kredit zu kürzen, blieb so chancenlos.