Der Mut wurde belohnt

GOSSAU. Erstmals spannten die Stadtmusik und der Fürstenland-Chor Gossau für ein Konzert dieser Länge zusammen. Belohnt wurden sie am Sonntag mit einer vollbesetzten Andreaskirche.

Manuela Bruhin
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Die Andreaskirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, als am Sonntag der Fürstenland-Chor und die Stadtmusik Gossau gemeinsam auftraten. (Bild: Michel Canonica)

Die Andreaskirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, als am Sonntag der Fürstenland-Chor und die Stadtmusik Gossau gemeinsam auftraten. (Bild: Michel Canonica)

Freie Plätze in der Andreaskirche zu finden, entpuppte sich am frühen Sonntagabend als Herausforderung. Bis in die letzten Reihen drängten sich die Besucherinnen und Besucher. Ähnlich sah es im vorderen Teil der Kirche aus. Immerhin standen und sassen knapp 100 Sänger und Musiker auf der Bühne. Zum ersten Mal überhaupt in einer solchen Länge und Intensität luden der Fürstenland-Chor Gossau und die Stadtmusik zu einem gemeinsamen Konzert ein. Und sie trafen damit offensichtlich den Nerv der Zuhörer. «Die volle Andreaskirche zeigt, dass die Leute unsere Zusammenarbeit schätzen», sagte Guido Helbling, Dirigent des Fürstenland-Chors Gossau.

Stimmungsvoller Mix

Das Lieder- und Musikprogramm bestand nebst Kirchenmusik aus klassischen Stücken und verschiedenen Werken aus Opern. Das Publikum lauschte unter anderem den Klängen von «Nessun Dorma» aus der Oper «Turandot» oder dem «Zigeunerchor» aus «Il Trovatore».

Auch Gastsolistin Kimberly Brockman überzeugte mit ihrer vollen Stimme. «Wir sind sehr glücklich, dass sie zusammen mit uns aufgetreten ist», freute sich Helbling. Den Abschluss des Abends bildete das 17minütige Werk «Cantiva de Sancto Benedicto» von Jacob de Haan.

Damit das Konzert schliesslich ein Erfolg wurde, waren einige Proben im voraus nötig. Die beiden Dirigenten, Guido Helbling und Christoph Luchsinger, sprachen sich zwar gegenseitig ab, liessen sich aber auch den nötigen Freiraum. «Es war eine interessante Erfahrung», erklärte Luchsinger, Dirigent der Stadtmusik Gossau. Gelobt wird vor allem die gute Zusammenarbeit. «In einer Kirche aufzutreten, ist eine Herausforderung», sagte Helbling. Die beiden Ensembles müssten dem Hall entgegentreten, ohne dabei einfach nur lauter zu werden.

Gegenseitige Rücksicht nötig

Dass die Stadtmusik und der Fürstenland-Chor überhaupt zusammen aufgetreten sind, war die Folge von terminlichen Überschneidungen. «So kam die Idee auf, einfach gemeinsam ein Konzert zu geben», erinnerte sich Annette Joss, Präsidentin des Fürstenland-Chors. Die Vorbereitungen liefen parallel, wenn auch die Liederauswahl ein geschicktes Händchen erforderte. Schliesslich mussten die Stücke sowohl für die Bläser als auch für die Sänger umsetzbar sein. «Es war wichtig, dass sich die Musiker im Hinblick auf die Lautstärke zurücknahmen. Wir hingegen mussten lernen, im Takt zu singen», so Joss. Eine Gratwanderung, die den beiden Ensembles geglückt ist – und mit viel Applaus seitens des Publikums belohnt wurde.