Der Markt ist (k)ein Bedürfnis

Der Markt ist ein Bedürfnis Ausgabe vom 24. November 2014

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LESERBRIEF

Das Engagement der Raiffeisenbank für vielfältige Vergnügungsmöglichkeiten für die Goldacher Bevölkerung in allen Ehren. Aber dass dieser Markt, der neun Tage vor dem 1. Advent – noch vor Totensonntag, den ausser wenigen eingefleischten Reformierten wahrscheinlich niemand mehr kennt – auf der Sportanlage Kellen für zwei Tage aus dem Boden gestampft wurde, einem Bedürfnis entspricht, sehe ich nicht – allenfalls dem Bedürfnis etlicher geschäftstüchtiger Standbetreiber, die einmal mehr Gelegenheit haben, ihre Produkte an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen. Das Ambiente der uniformen weissdachigen Stände erinnert eher an einen Budenpark vor dem Hallenstadion als an einen Weihnachtsmarkt. Vom Andrang auf ein Bedürfnis zu schliessen, ist ein gern und bewusst gemachter Fehlschluss werbefreudiger Unternehmer, die sich allerdings verraten, wenn sie im Interview mit dem Satz enden: «Es funktioniert.»

Dagmar Inderwildi

Fliederstrasse 15, 9403 Goldach