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«Der Linksdrall tut unserem Land nicht gut»

Im Kanton St. Gallen treten elf Bisherige zu den Nationalratswahlen 2015 an. In einer Interviewserie blicken wir mit den Kandidatinnen und Kandidaten auf die vergangene Legislatur zurück und beurteilen ihre Leistungen im Parlament aus nationaler Perspektive. Heute: Roland Rino Büchel (SVP).
Nina Rudnicki
«Ich fühle mich voll im Saft»: Nationalrat Roland Rino Büchel. (Bild: Coralie Wenger)

«Ich fühle mich voll im Saft»: Nationalrat Roland Rino Büchel. (Bild: Coralie Wenger)

Herr Büchel, was haben Sie in den vergangenen vier Jahren erreicht?

Roland Rino Büchel: Viele Kommentatoren meinen, dass die «Lex Fifa» mein politisches Gesellenstück sei. Vor fast fünf Jahren hat der Nationalrat meine Motion zu den korrupten Sportfunktionären ohne eine einzige Gegenstimme angenommen. Jetzt sind wir am Ziel. Mein Einsatz für eine freie und unabhängige Schweiz war und ist jedoch wichtiger. Falls ich am 18. Oktober wiedergewählt werde, bin ich für die kommenden – entscheidenden – zwei Jahre Präsident der Aussenpolitischen Kommission. Schwerpunkt wird die Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative sein. Es freut mich, dass mir die Kolleginnen und Kollegen im Nationalrat das Vertrauen schenken.

Als Fifa-Kritiker haben Sie sich auch international einen Namen gemacht. Wie viel Zeit bleibt da, sich in andere Dossiers zu vertiefen?

Büchel: Es bleibt genug Zeit. Warum? Das Fifa-Dossier macht weniger als ein Prozent meiner politischen Tätigkeit aus. Doch es interessiert die Leute. Die Vorgänge rund um die Fifa hatten wenigstens etwas Positives: Sie erlaubten mir, das «System Schweiz» zu erklären – weltweit auf allen Kanälen. Das hat uns einiges an Goodwill gebracht. Es ist doch nicht schlecht, wenn man aus einem vermeintlichen Imageschaden Positives für unser Land bewirken kann.

Was tun Sie für den Kanton St. Gallen?

Büchel: Wir St. Galler Parlamentarier stehen in einem guten Kontakt zueinander und treffen uns vor und während der Sessionen regelmässig mit Regierungsmitgliedern, auch mit denjenigen der anderen Ostschweizer Kantone. Meine bürgerliche Politik entspricht einem Grossteil der St. Gallerinnen und St. Galler. Der starke Linksdrall, der in Bern seit ein paar Jahren zu spüren ist, tut weder unserem Land noch St. Gallen gut. Wir müssen die bürgerlichen Kräfte bündeln, damit wir den stark wuchernden Staat unter Kontrolle halten können.

Sie sind Sportmanager und seit zwölf Jahren Berater für verschiedene Projekte und Firmen. Um was für Mandate handelt es sich dabei?

Büchel: Meine Kunden schätzen meine Erfahrung, die ich in fast 20 Ländern sammeln konnte. Oder sie wollen von meinem Wissen als Sponsoringleiter der Schweizer Ski-Nati zur Zeit der berühmten «Käseanzüge» profitieren. Ihnen ist es egal, ob ich Nationalrat bin oder nicht. Es ist ein eiserner Grundsatz von mir, Geschäft und Politik zu trennen. Deshalb gehört die Liste nicht in die Zeitung.

Warum kandidieren Sie nochmals?

Büchel: Ich fühle mich voll im Saft. Ich würde diese Kraft gerne weiterhin für die St. Gallerinnen und St. Galler einsetzen.

Sie werden neuer Präsident der Aussenpolitischen Kommission. Gemäss Ihrem politischen Profil ist Ihre aussenpolitische Öffnung praktisch bei null. Wie geht das auf?

Büchel: Sehr gut. Ich vertrete mehr als 80 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer, welche für die Neutralität und die Unabhängigkeit der Schweiz stehen. «Möchtegern-Offene» und EU-Turbos sind ein Risiko für die soliden Werte, welche in diesem Land über Jahrhunderte gereift sind. Wir haben die Dinge jeweils dann richtig gemacht, wenn unsere Politiker und Diplomaten mit Selbstvertrauen auftraten – anstatt sich unterwürfig anzubiedern.

Sie haben während 15 Jahren in Ländern rund um die Welt gelebt und sind im Vorstand der Auslandschweizer-Organisation. Sind Sie sesshaft geworden oder können Sie sich vorstellen, ein weiteres Mal auszuwandern?

Büchel: Ich war in dieser Zeit fast immer in der Schweiz angemeldet und daher nicht im klassischen Sinn «ausgewandert». Ich war einfach sehr viel im Ausland tätig, um auf Schweizer Botschaften zu arbeiten und auf vier Kontinenten interessante Projekte im Sport zu leiten. Ich muss also nicht mehr auswandern. Zudem werde ich am 8. Oktober 50 Jahre alt. Da wird man automatisch etwas ruhiger.

www.tagblatt.ch/wahlen

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