Der «Häggenschwiler» übernimmt

Die städtische SVP hat schon wieder einen neuen Präsidenten: Alt Stadtparlamentarier Peter Cassani löst neu Stadtparlamentarier Stefan Dietrich ab. Dies nach lediglich einem Präsidialjahr.

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Wechsel an SVP-Spitze: Peter Cassani (vorne) folgt auf Stefan Dietrich. (Bild: Andreas Nagel)

Wechsel an SVP-Spitze: Peter Cassani (vorne) folgt auf Stefan Dietrich. (Bild: Andreas Nagel)

Die SVP der Stadt St. Gallen hat einen regelrechten «Präsidentenverschleiss». Quasi im Jahresturnus wird die Parteispitze derzeit ausgewechselt. Auf René Gugg folgte im vergangenen Jahr Stefan Dietrich, der nun bereits wieder durch den langjährigen Stadtparlamentarier und Fraktionspräsidenten Peter Cassani ersetzt wird.

Ein Präsident aus Häggenschwil

Die Wahl überrascht, zumal Cassani nach dem kürzlichen Umzug nach Häggenschwil und nach acht Jahren im Stadtparlament politisch eigentlich kürzer treten wollte. Doch zweitens kommt es anders, als man denkt: Stefan Dietrich wurde im Herbst ins Stadtparlament gewählt und bat um Entlastung. Er könne die beiden Mandate «nicht zufriedenstellend» ausüben, begründete er seinen Entscheid. Entsprechend galt es für die Partei, sich neuerlich auf Präsidentensuche zu begeben. Feuerwehroffizier Cassani machte an der Hauptversammlung vom Mittwoch in der «Sonne» Rotmonten jedoch keinen Hehl daraus, dass auch er das Amt nicht längerfristig auszuüben gedenke. Gleichwohl versteht sich der 54-Jährige nicht als Interimspräsident, wie er eine entsprechende Frage von Kreisparteipräsidentin Claudia Martin quittierte. Nebst Dietrich, der dem Vorstand als Beisitzer erhalten bleibt, hat auch Kassier Christian Neff, ebenfalls Stadtparlamentarier, aufgrund einer beruflichen Neuorientierung seinen Rücktritt gegeben. Er wird durch Treuhänder Leo Betschart ersetzt, der in der vergangenen Legislatur kurzzeitig ebenfalls Mitglied des Stadtparlaments war. Schliesslich nimmt in der Person von Kantonsrat Karl Güntzel ein weiterer sehr erfahrener SVPler Einsitz im Vorstand.

Über die Wahlgeschäfte hinaus waren die restlichen Traktanden rasch erledigt. Zu reden gab einzig ein Antrag, wonach die Einzelunterschrift in Kassenbelangen wieder einzuführen sei. Er wurde nach kurzer Diskussion allerdings zurückgezogen und soll im Vorstand noch einmal gründlich erörtert werden.

Kampfeslustige Fraktion

Eingangs hatte Fraktionspräsidentin Karin Winter-Dubs das Parlamentsgeschehen seit Januar zusammengefasst. Trotz geringfügig veränderter Mehrheitsverhältnisse im Waaghaus sei für die SVP «alles beim alten» geblieben, sagte sie. Nach wie vor sei der Sprung in die Stadtregierung ja nicht gelungen. Ein besonderes Augenmerk wolle ihre Fraktion im laufenden Jahr auf das vom Stadtrat angestossene Entlastungsprogramm legen. Eine Steuererhöhung komme für die SVP nicht in Frage: «Wir würden das Referendum dagegen ergreifen», gab sich Winter kampfeslustig. (an.)

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