Der «Gutscheineffekt» bleibt im dunkeln

Eine FHS-Studie zu den Auswirkungen der von der Stadt verteilten 50-Franken-Gutscheine kommt nicht zustande. Das Projekt scheitert an der Finanzierung.

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St. Gallen. Über Sinn und Unsinn der 50-Franken-Gutscheinaktion der Stadt St. Gallen schieden sich im vergangenen Sommer die Geister. Marcel Loher hielt sie für «originell» – und der Leiter des Instituts für Modellbildung und Simulation der Fachhochschule St. Gallen (FHS) hätte die Diskussion über die Aktion gerne etwas vertieft und verwissenschaftlicht.

30 000 Franken für Studie

Sein Institut kündigte damals eine Studie an, «die international auf grosses Interesse stossen wird». Unter anderem wollte er mittels aufwendiger Befragungen herausfinden, ob die Gutscheine eine messbare Auswirkung auf die Konsumentenstimmung hätten. «Mit Spielgeld und Studenten wurden solche Untersuchungen schon gemacht», sagt Loher. Aber dank der realen Bedingungen wäre die St. Galler Studie einzigartig gewesen.

Wäre. Denn mit dem gestrigen Ende der Gutscheinaktion kommt auch das Aus für das FHS-Projekt. Wegen Spardrucks habe das Institut die rund 30 000 Franken nicht aufgebracht, sagt Loher. Dass die Stadt die Studie nicht bezahlt, kann er nachvollziehen. Denn der administrative Aufwand für die umstrittene Aktion musste so tief wie möglich gehalten werden.

Auswertung der Fragebögen

Ein paar Tausend Franken investiert die Stadt trotzdem in die «Nachbearbeitung». Auf ihrem Internetportal konnte (und kann noch immer) ein Fragebogen ausgefüllt werden, der von der FHS in Kürze ausgewertet wird. Auf einige interessante Zusammenhänge dürfte Loher dabei wohl stossen, aber kaum auf internationales Interesse. (per)

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