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Der gradlinige Abtrünnige

Martin Würmli ist ins Stadtparlament nachgerückt, als Ersatz für Veronica Hälg. Im Fussball würde man von einem hoffnungsvollen Edeljoker sprechen. Denn Würmli ist mit 31 Jahren bereits CVP-Präsident der Stadtpartei.
Fredi Kurth
Martin Würmli bei seiner Premiere als St. Galler Stadtparlamentarier. (Bild: Ralph Ribi)

Martin Würmli bei seiner Premiere als St. Galler Stadtparlamentarier. (Bild: Ralph Ribi)

Sein Palmarès ist bereits beachtlich: Martin Würmli ist unter anderem auch nebenamtlicher Richter bei der kantonalen Verwaltungsrekurskommission, sitzt im Vorstand der Genossenschaft «Casa Media St. Gallen», im Vorstand der Stadtspitex, im Vorstand des Touring-Clubs Schweiz und seit 2002 im Parteivorstand der CVP Stadt St. Gallen. Als Jugendlicher hütete er die Kassen der Knabenmusik und der Pfadfinder Helveter in St. Georgen.

Mehr St. Galler geht nicht

Was weiter auffällt: Auf der langen Liste, auch was den beruflichen Werdegang betrifft, ist als örtliche Bezeichnung fast immer St. Gallen aufgeführt. Zwei Ausnahmen sind zu entdecken: In einem Zwischenjahr reiste er während dreier Monate durch Asien, und während einiger Zeit war er als Gerichtsschreiber beim heutigen Bundesverwaltungsgericht in Lausanne tätig. Doch selbst das bliebe hier unerwähnt, hätte dieses Gericht etwas früher in die Gallusstadt gezügelt.

Schliesslich hatte der Anwalt auch sein Jus-Studium an der HSG absolviert – nicht gerade die klassische Uni für Rechtswissenschaften. «Ich hätte ebenso in Fribourg studieren können, aber mir war nicht klar, ob ich mich beruflich für Justiz oder Wirtschaft entscheiden solle», erklärt Würmli.

Aufgewachsen im Klosterviertel und heute noch in der Altstadt zu Hause, verfolgte er von Anfang an eine parteikonforme Linie: Sein Vater war Verwalter der Katholischen Administration,

er selber besuchte die Katholische Sekundarschule (Flade) und präsidierte die kantonale Jung-CVP.

Sympathie zur FDP

Das alles könnte auf eine zwar aktive, aber auch stromlinienförmige, langweilige Laufbahn hindeuten. Doch die Zeichen trügen. So hat Würmli kein Problem, auch einmal von CVP-Parolen abzuweichen.

Seiner Art zu politisieren komme die FDP am nächsten: «Doch die CVP bietet ein gescheites Umfeld, und ich schätze an ihr, dass viele Meinungen Platz haben.» Deshalb hat er keine Mühe, zum Beispiel seine Auffassung zur Marktplatz-Gestaltung kundzutun: «Ich finde es schade, dass die Calatrava-Halle abgebrochen werden soll. Sie gibt der Stadt einen urbanen Touch. Zumindest sollte sie an einem anderen attraktiven Ort wieder erstellt werden.»

Lebendige Stadt, auch abends

Grundsätzlich möchte Würmli dazu beitragen, dass sich die Stadt nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell erfreulich entwickelt. «Sie darf dafür ruhig Geld in die Hand nehmen», sagt er. Es soll eine lebendige Stadt werden, auch zu abendlicher Stunde: Die jetzt neu gestaltete südliche Altstadt soll zu grosszügigen Regelungen für Gartenbeizen führen.

Damit könne parallel ein gravierendes Problem, das Gefühl fehlender Sicherheit, gelöst werden: «Wenn sich nachts viele Leute im Zentrum oder am Bahnhof aufhalten, hat man keine Angst mehr, sich dorthin zu begeben.»

Kann er aber seine Ansichten als Neuling im Waaghaus durchsetzen? «Veronica Hälg hinterlässt grosse Fussstapfen», sagt Martin Würmli. Dennoch fühlt er sich nicht als Greenhorn. Als Parteipräsident nahm er seit langem an den Fraktionssitzungen teil.

Auch gilt er als Politiker, der sich gerne parteiübergreifend engagiert, vermittelnd, das Gemeinwohl über die Engstirnigkeit von Parteibüchlein setzend. Diese Offenheit kommt auch in seinem beruflichen Alltag zum Vorschein: Während sich Anwälte in der Regel in einem politisch gemeinsamen Büro zusammentun, arbeitet Martin Würmli am Oberen Graben mit Kollegen aus dem weiten Parteienspektrum zusammen, wie Fredy Fässler (SP), Thomas Kellenberger (FDP) oder Rolf Engler (CVP).

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