Der Gerichtsklotz auf dem Chrüzacker

Es steht auf dem Chrüzacker, unmittelbar über dem Verkehrsknoten von Rosenberg-, Zürcher, Dufour- und Feldlistrasse. Das Bundesverwaltungsgericht bildet vom Stadtzentrum Richtung Westen gesehen mit Postturm, Rathaus und Fachhochschule die «neue Skyline» von St. Gallen.

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Der grüne Abhang des Chrüzackers im Juni 2004. Unten links hinter einigen Bäumen die Villa Nef, über der Strasse dahinter das KV-Zentrum Kreuzbleiche, rechts hinter den Bäumen das Lachen-Quartier. (Archivbild: Reto Voneschen)

Der grüne Abhang des Chrüzackers im Juni 2004. Unten links hinter einigen Bäumen die Villa Nef, über der Strasse dahinter das KV-Zentrum Kreuzbleiche, rechts hinter den Bäumen das Lachen-Quartier. (Archivbild: Reto Voneschen)

Es steht auf dem Chrüzacker, unmittelbar über dem Verkehrsknoten von Rosenberg-, Zürcher, Dufour- und Feldlistrasse. Das Bundesverwaltungsgericht bildet vom Stadtzentrum Richtung Westen gesehen mit Postturm, Rathaus und Fachhochschule die «neue Skyline» von St. Gallen. Neu, weil noch vor wenigen Jahren zwischen Bahnhof und Kreuzbleiche nur Postturm und Rathaus die Szenerie beherrschten.

Dominanter Neubau

Auch von der Lachen her gesehen ist der 13stöckige, 49 Meter hohe Quader am Fuss des Chrüzackers dominant. Das Gericht thront über dem Quartier, dem es einen baulichen Entwicklungsschub beschert hat. Mit dem Gericht sind Mieter und Käufer von Eigentumswohnungen in die Nachbarschaft gezogen. Für andere hat das auch schon als «Ghetto» verschriene Gebiet am Beginn der Zürcher Strasse mit dem Neubau an Image gewonnen.

Von Fachleuten erhält das Gerichtsgebäude gute Noten. Lob gibt's oft für die Aufteilung in den dreistöckigen langgezogenen Sockel und dem am Westende aufgesetzten zehnstöckigen «Turm». Geteilt sind die Meinungen zur Wohnüberbauung auf dem oberen Teil des Chrüzackers. Hier hat die Pensionskasse des Kantons nahe ans Gerichtsgebäude heran und dicht gebaut. In der Bauphase waren Kritiker zu hören, die sich mehr Abstand gewünscht hätten, um das öffentliche Gebäude stärker wirken zu lassen.

Im Quartier zu Füssen des «Gerichtsklotzes» gehen die Meinungen über dessen Qualitäten bis heute auseinander. Vor allem die Fassadengestaltung («Schiessscharten») scheidet die Geister. Vielen gefällt der Neubau trotzdem, andere finden ihn zu wuchtig, wieder andere kritisieren die «eng stehenden» Wohnhäuser dahinter, einzelne trauern immer noch dem überbauten, öffentlich allerdings nie zugänglichen Wiesenhang nach.

400 neue Arbeitsplätze

Das Bundesverwaltungsgericht arbeitet seit Sommer 2012 in St. Gallen. Es beurteilt Beschwerden gegen Verfügungen von Bundesbehörden, in gewissen Bereichen solche gegen kantonale Entscheide. Vereinzelt urteilt es in Klageverfahren. Dem Gericht gehören rund 75 Richterinnen und Richter sowie 320 weitere Angestellte an. (vre)

Seit 2000 wird in St. Gallen intensiv gebaut. Das Gesicht der Stadt hat sich dadurch verändert. Diese Reihe erinnert an gar nicht so lange zurückliegende Veränderungen, an die sich viele schon gewöhnt haben.

Im Oktober 2009 wächst das Bundesverwaltungsgericht aus der Baugrube am Fuss des Chrüzackers heraus. Hinten links die noch zu sanierende Villa Nef, dahinter das KV-Zentrum ennet der Zürcher Strasse. (Archivbild: Coralie Wenger)

Im Oktober 2009 wächst das Bundesverwaltungsgericht aus der Baugrube am Fuss des Chrüzackers heraus. Hinten links die noch zu sanierende Villa Nef, dahinter das KV-Zentrum ennet der Zürcher Strasse. (Archivbild: Coralie Wenger)

Der überbaute Chrüzacker im September 2012. Links hinter dem KV-Zentrum das Bundesverwaltungsgericht, dahinter und rechts daneben die neue Wohnüberbauung der kantonalen Pensionskasse. (Archivbild: Hanspeter Schiess)

Der überbaute Chrüzacker im September 2012. Links hinter dem KV-Zentrum das Bundesverwaltungsgericht, dahinter und rechts daneben die neue Wohnüberbauung der kantonalen Pensionskasse. (Archivbild: Hanspeter Schiess)

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