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Der Gemeinderat setzt auf Versöhnung

Sanierung Nach der Besichtigung des Freihofs informierte Gemeindepräsident Paul Bühler über die geplante Sanierung. Vorgestellt wurde das Projekt von Paul Knill, das bereits 2012 ausgearbeitet worden war. Das Mörschwiler Gemeindezentrum ist bis auf wenige Plätze gefüllt, als Architekt Knill ans Mikrofon tritt.

«Ich weiss, der Freihof ist ein emotionales Thema», sagt Knill. «Ich will es so sachlich wie möglich angehen.» Ob der Freihof ein schönes Gebäude sei oder nicht, sei nicht die entscheidende Frage. «Zentral ist, dass der Freihof die beiden Wirtshäuser Adler und Ochsen, mit denen er den Dorfkern bildet, ideal zur Geltung bringt.» Dies sei ein Grund, weshalb eine Sanierung Sinn ergebe. Ein zweiter sei ökonomischer Art: «Reisst man das Gebäude ab, muss man wegen gesetzlicher Auflagen den Abstand zur Strasse vergrössern.» Somit gebe es weniger Platz, um ein Projekt zu realisieren.

Das oft gehörte Argument, der Freihof verursache Verkehrsprobleme, lässt Knill nicht gelten. Er habe im Rahmen der Studie einen Verkehrsingenieur beigezogen. «Die enge Passage zwischen Freihof und Ochsen ist ein Vorteil», denn sie beruhige den Verkehr. Ein Durchgang an der südöstlichen Ecke soll aber dafür sorgen, dass Fussgänger nicht auf die Strasse ausweichen müssen.

Innerhalb des Freihofs sind Wohnungen und Gewerbefläche geplant. «Wo jetzt der Festsaal ist, soll eine Art Loft gebaut werden», so Knill. «Im Erdgeschoss gibt es Platz für ein Lokal.» Hier könne man zum Beispiel einen Blumenladen oder ein Restaurant einrichten. Beim Umbau soll möglichst viel von der jetzigen Bausubstanz erhalten bleiben. «Je mehr man davon nutzen kann, desto günstiger wird die Sanierung.» Denn auch wenn der Freihof einen verlotterten Eindruck mache: «Die Bausubstanz ist durchaus in gutem Zustand.» Als wesentliche Neuerungen sind etwa ein neues Treppenhaus, zwei Garagen sowie ein Balkon auf der Nordseite vorgesehen. Die Baukosten von 2,5 Millionen sollen zum grössten Teil durch Mieteinnahmen refinanziert werden.

«Manchmal geht es im Leben einfach nicht weiter»

Nach den Ausführungen Knills begründet Gemeindepräsident Paul Bühler den Entscheid des Gemeinderats, den Freihof sanieren zu wollen. «Manche denken sich vielleicht: Warum hat man uns dieses Projekt nicht bereits vor 15 Jahren vorgeschlagen», sagt Bühler. Andere würden die Mitglieder des Gemeinderates vielleicht als Hasenfüsse bezeichnen, weil sie nun doch eine Sanierung vorschlügen, nachdem die Bürger zweimal gegen den Freihof gestimmt hätten. «Demokratie, auch schon gehört?», fragt Bühler rhetorisch. Es gebe aber im Leben Situationen, in denen es nicht weitergehe. «Dann muss man bereit sein, einen neuen Weg zu beschreiten.»

Dieser neue Weg wird aber nicht von allen goutiert. Ruedi Egger etwa, ehemaliger Präsident der evangelischen Kirchgemeinde, spricht in seinem Votum von einer «Denkmalschutz-Diktatur». Dass Einsprecher den Entscheid der Bürgerversammlung umstossen können, sei eine «Riesensauerei». Der Gemeinderat sei vor einigen Engstirnigen eingeknickt. Deshalb wolle er sich mit allen Mitteln gegen dieses Projekt wehren. Auf Eggers Votum folgt Applaus. Es ist aber das einzige, dass sich gegen den Vorschlag des Gemeinderates richtet.

Dafür melden sich einige Mörschwilerinnen und Mörschwiler zu Wort, welche den Gemeinderat für sein Umdenken loben. Viele Bürger sind die ewigen Streitereien leid. «Es ist doch lächerlich, dass wir uns wegen des Freihofs im Dorf nicht mehr Grüezi sagen», sagt Barbara Müller. Auch Gemeindepräsident Paul Bühler bittet darum, den langjährigen Zwist endlich beizulegen. «Wir sind bald die Lachnummer der Region», sagt er. Bestätigende Seufzer raunen durchs Gemeindezentrum. Am 26. März wird die Bürgerversammlung über den 2,5-Millionenkredit zur Sanierung des Freihofs abstimmen. (al)

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