Der Ferienfahrplan bleibt

ST.GALLEN. Der Kanton prüfte eine Abschaffung des VBSG-Ferienfahrplans, entschied sich aber aus Kostengründen dagegen. Aus demselben Grund realisiert er auch andere, teils schon geplante Angebotserweiterungen nicht. Zumindest vorerst.

David Gadze
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Die VBSG wollten die Linie 7 in den Hauptverkehrszeiten mit Zusatzkursen verstärken und sie einmal oder zweimal pro Stunde von St. Josefen nach Engelburg weiterführen. Das Amt für öffentlichen Verkehr lehnt beides aus Spargründen ab. (Bild: Archiv/Coralie Wenger)

Die VBSG wollten die Linie 7 in den Hauptverkehrszeiten mit Zusatzkursen verstärken und sie einmal oder zweimal pro Stunde von St. Josefen nach Engelburg weiterführen. Das Amt für öffentlichen Verkehr lehnt beides aus Spargründen ab. (Bild: Archiv/Coralie Wenger)

Das kantonale Amt für öffentlichen Verkehr überprüft laufend das ÖV-Angebot im Kanton. Für allfällige Anpassungen holt es bei den diversen Transportunternehmen Offerten ein. Dieses Jahr stand der Ferienfahrplan der Verkehrsbetriebe St.Gallen (VBSG) auf dem Prüfstand.

Ferienfahrplan spart viel Geld

Seit einigen Jahren gilt der Ferienfahrplan während der Sommerferien, früher galt er auch während der Herbst- und der Weihnachtsferien. Er basiert bis auf einige Zusatzkurse in den Randzeiten auf dem Fahrplan für den Samstag. «Wegen der Kosten von jährlich fast 300 000 Franken haben wir auf eine Abschaffung verzichtet», sagt Patrick Ruggli, Leiter des Amts für öffentlichen Verkehr. Da während der Sommerferien die Fahrgastzahlen sinken, sei diese «Fahrplanausdünnung» vertretbar. Es gebe sie ausserdem auch in anderen grossen Schweizer Städten.

Den VBSG sei die Abschaffung des Ferienfahrplans ohnehin kein Anliegen, sagt Unternehmensleiter Ralf Eigenmann: «Betrieblich kommt er uns sogar entgegen. Zum einen nehmen die Ferienwünsche des Fahrpersonals in den Sommerferien zu. Zum anderen können wir dann grössere Servicearbeiten an den Bussen vornehmen.»

Der «9er» ist nun länger

Noch Mitte dieses Jahres habe der Kanton sogar einen Angebotsausbau in Aussicht gestellt, sagt Eigenmann. Vieles davon sei aufgrund finanzieller Engpässe jedoch nicht realisierbar gewesen. Bewilligt wurden zwei Anpassungen, welche auf der Prioritätenliste der Stadt und der VBSG ganz oben standen: Die Verlängerung der Buslinie 9 vom Gallusmarkt um zwei Haltestellen bis Schuppis Nord und ein zusätzlicher Bus, der den Westast der Linien 2 und 8 samstags entlasten soll. «Dank diesem Bus können wir den Fahrplan besser einhalten.»

Ein weiteres Anliegen der VBSG und der Stadt ist die Taktverdichtung in den Abendstunden auf den Linien 1 und 4. Diese hätte im Rahmen des ÖV-Programms 2014 bis 2018 des Kantons auf den diesjährigen Fahrplanwechsel eingeführt werden sollen, wurde aber schon im Sommer 2013 gekippt. Der Grund: Die Kosten von rund 400 000 Franken.

Die VBSG haben dennoch dieses Jahr erneut eine entsprechende Offerte eingereicht – vergeblich. «Es ist nicht optimal, dass so dicht besiedelte Quartiere wie Winkeln und Wolfganghof im Westen sowie Guggeien und Stephanshorn im Osten abends einen schlechten Takt haben», sagt Eigenmann.

Änderungen auf der Linie 7

Auch die sogenannten Verstärkungskurse auf der Linie 7 in den Hauptverkehrszeiten, für die das Amt für öffentlichen Verkehr eine Offerte eingeholt hatte und die weitere rund 150 000 Franken jährlich gekostet hätten, wurden letztlich abgelehnt.

Chancenlos war auch ein Antrag der VBSG: Aufgrund der Kritik aus Abtwil, dass zu viele Busse der verschiedenen Transportunternehmen (VBSG, Postauto, Regiobus) durchs Dorf fahren, wollten sie die Linie 7 von St. Josefen einmal oder zweimal pro Stunde nach Engelburg verlängern. Dadurch hätte die entsprechende Postauto-Verbindung «eingespart» werden können.

Der grosse Wechsel kommt erst

Einen weiteren Anlauf für dieses Projekt werden die VBSG vorerst nicht nehmen, da auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2018 hin mit Eröffnung des neugestalteten Bahnhofplatzes das Konzept St.Gallen/Oberthurgau eingeführt wird. Dieses sieht diverse Änderungen auf dem Liniennetz vor, unter anderem neue Verknüpfungen der Linien.

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