Der FC Rorschach baut seine Schulden ab

RORSCHACH. An der ordentlichen Hauptversammlung vom Montag wurden beim FC Rorschach zwei Tendenzen sichtbar: Fussball spielen ist das eine, die Vereinsorganisation die andere.

Merken
Drucken
Teilen

RORSCHACH. An der ordentlichen Hauptversammlung vom Montag wurden beim FC Rorschach zwei Tendenzen sichtbar: Fussball spielen ist das eine, die Vereinsorganisation die andere.

Präsident Roger Giger machte in seiner Begrüssung keinen Hehl daraus, dass der FC Rorschach vor schweren Zeiten steht. Für einmal waren es aber nicht Finanzsorgen, sondern die mangelnde Bereitschaft, sich neben dem Rasen aktiv im Verein zu engagieren. «Die Belastungsgrenze für den Vorstand ist erreicht. So kann und darf es nicht weitergehen», rief der Präsident den 100 Mitgliedern zu und gab zu verstehen, dass dies seine letzte HV sei. Aber nicht nur das fehlende Engagement bereitet ihm Sorge. «Was alles nach dem Abstieg aus der zweiten Liga interregional passiert ist, ist unerfreulich. Ich musste erkennen, dass wahre Charakterstärke halt nur in schwierigen Situationen erkennbar ist», sagt der sichtlich frustrierte Präsident.

Den Spass verloren

Ähnlich tönte es aus dem Mund von Sportchef Ralph Hilgers. «Seit drei Saisons bin ich Sportchef in diesem Verein, aber ich kann allen hier Anwesenden versichern, dass ich den Spass an diesem Job schon lange verloren habe. Es ist eigentlich nur noch die Loyalität gegenüber meinen Vorstandskameraden, die mich hier hält», so Hilgers. Auch ihm macht die dominante Anspruchshaltung innerhalb des Vereins zusehends Sorgen, und «ich habe auch keinerlei Hoffnung, dass sich hier heute abend etwas ändert».

Doch an der HV wurde nicht nur gejammert. Sportlich hat sich einiges getan, und der Abstieg der ersten Mannschaft in die Regionalliga war kein grosses Unglück. Der Vorstand hat aus den Querelen rund um den Abstieg aber die nötigen Konsequenzen gezogen, sich von einigen Spielern getrennt und mit Oscar Egli einen neuen Trainer verpflichtet.

Das liebe Geld

Die Rechnung weist laut Kassier Elmar Keel ein Minus von knapp 15 000 Franken auf. Doch der Verein hat im vergangenen Vereinsjahr 25 000 Franken seiner Schulden abgebaut. Damit hat der FC seinen Anteil von 60 000 Franken am Kunstrasen auf der Sportanlage Kellen bezahlt.

Aus dem Vorstand verabschiedet wurden Susi Baumann und Emilio Knecht. Neu in die Vereinsführung wurde Mirko Milcevski gewählt, welcher zusammen mit Andy Göldi vor allem im Juniorenbereich aktiv sein wird. Roger Giger als Präsident, Elmar Keel als Vizepräsident und Kassier, Ralph Hilgers weiterhin als Sportchef und Andy Göldi als Juniorenobmann wurden in ihren Ämtern bestätigt. (res.)