Der erste Schritt ist gemacht

Heute nimmt das Historische und Völkerkundemuseum nach einer 18monatigen Sanierung den regulären Betrieb wieder auf. Die Ausstellungen profitieren von der neuen Beleuchtung.

David Gadze
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Museumsdirektor Daniel Studer (rechts) und Stadtbaumeister Erol Doguoglu feiern am Festakt den Abschluss der Sanierungsarbeiten. (Bild: Michel Canonica)

Museumsdirektor Daniel Studer (rechts) und Stadtbaumeister Erol Doguoglu feiern am Festakt den Abschluss der Sanierungsarbeiten. (Bild: Michel Canonica)

Schritt für Schritt nähert sich die Stadt St. Gallen dem Ziel, die Strategie «3 Museen – 3 Häuser» erfolgreich umzusetzen. Vor zwei Wochen erfolgte der Spatenstich für das neue Naturmuseum im Neudorf. Und heute wird mit einem Tag der offenen Tür das sanierte Historische und Völkerkundemuseum eingeweiht (Programm auf Seite 39). Die Verantwortlichen werden indes nicht müde, die Schritte bis ins Ziel zu zählen.

Zwei erste Schritte

So sprach Stadtpräsident Thomas Scheitlin gestern an einer Medienorientierung davon, mit dem Abschluss der Sanierungsarbeiten am Historischen und Völkerkundemuseum sei «der erste Schritt» vollendet – zumindest jener der räumlichen Umsetzung. Diese habe bereits im Oktober 2011 mit der Erteilung des Kredits von 6,9 Millionen Franken – und später weiteren 700 000 Franken – durch das Stadtparlament begonnen. Der organisatorische erste Schritt folgte 2012, als aus der damaligen Stiftung St. Galler Museen drei eigenständige Stiftungen wurden – eine für jedes Museum.

Mit der Strategie «3 Museen – 3 Häuser» werde der Kulturstandort St. Gallen gestärkt und gewinne an Ausstrahlung, betonte Scheitlin. «Das Historische und Völkerkundemuseum hat mit seinen Ausstellungen in den vergangenen Jahren gezeigt, dass es über eine überregionale, ja internationale Ausstrahlung verfügt.» Es sei «ein Leistungsträger in der Museumsszene».

Historischer Baubeginn

Direktor Daniel Studer blickte in seiner Rede zuerst auf die Anfangszeit des 1921 eröffneten Museums zurück. Der Baubeschluss durch die Ortsbürgergemeinde, der das Gebäude bis 1979 gehörte, erfolgte am 28. Juni 1914, dem Tag der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajevo. «Hätte man damals die Folgen gekannt, hätte man sich den Bau des Museums wohl nochmals überlegt.»

Nun sei das Museum im 21. Jahrhundert angekommen, sagte Studer. So wurden sämtliche der über 170 Fenster des Gebäudes erneuert beziehungsweise die ursprünglichen Butzenscheibenfenster von aussen neu isoliert. Dank der technischen Aufrüstung und der neuen Beleuchtung könnten Ausstellungen ganz anders inszeniert werden. Der «grösste Gewinn» sei aber die Verlegung des Warenlifts aus dem Gebäude in den Innenhof. Dadurch erhalte das Museum wesentlich mehr Raum.

Der Duft der weiten Welt

Auch Stadtbaumeister Erol Doguoglu würdigte das renovierte Historische und Völkerkundemuseum als Ort, «in dem man den Duft der weiten Welt immer noch einatmen kann». In den Regalen und Vitrinen treffe sich die ganze Welt in Exponaten, welche Textilindustrielle nach St. Gallen gebracht hätten.

Kunkler-Bau soll 2017 folgen

«Die nächsten Schritte werden folgen», blickte Thomas Scheitlin am Schluss seiner Rede voraus. Ein wichtiger wird die Renovation des Kunkler-Baus sein, der nach dem Auszug des Naturmuseums Ende 2016 allein dem Kunstmuseum zur Verfügung stehen wird. Scheitlin versicherte, der Stadtrat wolle Investitionen in jene Projekte tätigen, welche die Attraktivität der Stadt steigern. Da das Kunstmuseum eines der Bestandteile dieser Strategie sei, soll die Sanierung trotz der misslichen finanziellen Lage der Stadt nicht hinausgezögert werden. Laut Doguoglu sieht die Investitionsplanung vor, 2017 mit dem Umbau beginnen zu können.