Der Cineclub geht auf Zeitreise

Heute abend startet der Cineclub St. Gallen in der Grabenhalle in die neue Saison. Der Verein widmet sich in zwölf Filmen dem Thema Zeit und wagt unter anderem ein vierstündiges Experiment.

Roger Berhalter
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Per Zeitmaschine in die Zukunft: Rod Taylor in «The Time Machine». (Bild: pd)

Per Zeitmaschine in die Zukunft: Rod Taylor in «The Time Machine». (Bild: pd)

Im Film sind Zeitreisen möglich. Auch Zeitsprünge sind kein Problem. Ein 90minütiger Film kann eine Geschichte erzählen, die sich über Generationen erstreckt. «Es ist spannend, wie das Medium Film die Zeit auslotet», sagt Kay Kröger, Präsident des St. Galler Cineclubs. Für die neue Saison hat sich der Verein für Filmfreunde deshalb die Zeit als Thema ausgesucht. Ab heute Montag sind in der Grabenhalle insgesamt zwölf Filme zu sehen.

1000 Monate sind eine Ewigkeit

Manche von ihnen tragen die Zeit schon im Titel. «Vier Minuten» bezeichnet die Zeit, die einer musikalisch talentierten Insassin eines Frauengefängnisses zur Verfügung steht, um sich in einem Klavierwettbewerb zu behaupten. Der Cineclub zeigt den deutschen Streifen aus dem Jahr 2006 am 23. November. «The Time Machine», ein Science-Fiction-Klassiker aus dem Jahr 1960, zeigt die Zeitreisen eines Wissenschafters in eine unheimliche Zukunft (Vorführung am 11. Januar). In der Komödie «Groundhog Day» («Und täglich grüsst das Murmeltier») erlebt ein arroganter Reporter den gleichen Tag immer wieder aufs neue (8. Februar). «Mille Mois» – zu deutsch: 1000 Monate – bezeichnet symbolisch die Ewigkeit, die ein Bub auf seinen Vater warten muss, der im Gefängnis sitzt (21. März).

Zum Saisonschluss steht am 11. April «Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht» auf dem Programm. Der deutsche Film dauert fast vier Stunden. Ihn zu zeigen, ist für Präsident Kröger ein Experiment: «Solche langen Filme kommen kaum ins Kino. Im Cineclub aber können wir ihnen eine Plattform geben.»

Blasmusik und Bucheli

In der neuen Saison soll es auch einige «Specials» geben. «Es ist unsere Aufgabe als Filmclub, neben einem qualitativ hochwertigen Programm auch einen Mehrwert zu bieten», sagt Kay Kröger. Fest steht bereits, dass die Banda di Sangallo am 25. Januar ihre italienische Blasmusik präsentieren wird, passend zum Fellini-Film «I Vitelloni». Noch offen ist, ob der TV-Meteorologe Thomas Bucheli am 8. Februar vorbeischauen wird, um anlässlich des «Groundhog Day» eine Wetterprognose für den kommenden Frühling zu wagen.

Die Cineclub-Saison startet heute abend in der Grabenhalle mit einem Apéro und «Midnight in Paris» von Woody Allen. Es finden wie üblich zwei Vorstellungen statt: 18 und 20.30 Uhr.

www.cineclub-sg.ch

Kay Kröger Präsident Cineclub St. Gallen (Bild: Roger Berhalter)

Kay Kröger Präsident Cineclub St. Gallen (Bild: Roger Berhalter)