Der Carl-Stürm-Preis 2011 geht an Reinhold Würth

RORSCHACH. Verliehen wird er zwar erst in 13 Wochen, am 12. Mai. Doch bereits ist durchgesickert, wer den siebten, mit 50'000 Franken dotierten Carl-Stürm-Preis erhalten wird. Es ist der deutsche Grossindustrielle Reinhold Würth.

Rudolf Hirtl
Drucken
Reinhold Würth während eines Vortrages in der FHS St.Gallen/Rorschach: «Ohne den Airport St.Gallen-Altenrhein hätten wir nie in Rorschach investiert.» (Bild: Rudolf Hirtl)

Reinhold Würth während eines Vortrages in der FHS St.Gallen/Rorschach: «Ohne den Airport St.Gallen-Altenrhein hätten wir nie in Rorschach investiert.» (Bild: Rudolf Hirtl)

Eine «echte» Überraschung ist der neue Preisträger nicht. Der Carl-Stürm-Preis wird an Personen vergeben, die sich um die Region Rorschach verdient gemacht haben. Die Würth International AG errichtet aktuell für 150 Millionen Franken am See ein Verwaltungsgebäude mit Ausbildungs- und Trainingszentrum. Zwischen 200 und 300 Arbeitsplätze werden geschaffen. Zweifelsohne ein Engagement, das vermutlich nicht nur aus Sicht des Stiftungsrates belohnt gehört. Gewürdigt wird von Stiftungsratspräsident Carl Felix Stürm denn auch das «Bekenntnis von Reinhold Würth zum Standort Rorschach und die Vitalisierung mit einer attraktiven Seeufergestaltung.»

Belohnung für Investoren
Reinhold Würth ist bereits der zweite deutsche Unternehmer, der den 2005 erstmals vergebenen Preis erhält. Der schwäbische Multimillionär Jörg Korecki investierte einen zweistelligen Millionenbetrag und verhalf dem Seerestaurant Rorschach zu neuem Glanz. Er erhielt dafür im Jahr 2008 den Stürm-Preis.

Pikanterie am Rande: Würth wie auch Korecki wurden in ihrer Heimat Deutschland wegen Steuervergehen belangt; in der Schweiz jedoch mit offenen Armen empfangen und als willkommene Investoren geehrt.

Gemeinden als Preisträger
Erste Preisträger waren die Gemeinden Rorschach, Rorschacherberg und Goldach. Sie wurden ausgezeichnet für die bereits eingeschlagene Richtung zur regionalen Zusammenarbeit, beispielsweise mit der Zusammenlegung verschiedener Amtsstellen, mit der Realisierung der Sportanlage Chellen, dem Regionalen Pflegeheim und der gemeinsamen Musikschule. Der Preis war eine Aufforderung, weitere Schritte folgen zu lassen. Die Gemeindechefs taten dies erst Jahre später, indem sie das Preisgeld in das Projekt Seebus investierten.