Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Der Bildweier ist in Gefahr

Der Bildweier ist ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Gefahr droht ihm nun nicht durch die bauliche Entwicklung der Umgebung, sondern durch Verschlammung. Die Stadt untersucht derzeit den Zustand des Weihers.
Beda Hanimann
Naturoase im Siedlungsgebiet: Der Sitzplatz am Bildweier in Winkeln ist bei Spaziergängerinnen und Spaziergängern sehr beliebt. Der Weiher ist heute von Strassen und Gebäuden richtiggehend umzingelt: Rechts ein Neubau am Rand des Schutzgebietes, im Hintergrund die AFG Arena. (Bild: Urs Bucher)

Naturoase im Siedlungsgebiet: Der Sitzplatz am Bildweier in Winkeln ist bei Spaziergängerinnen und Spaziergängern sehr beliebt. Der Weiher ist heute von Strassen und Gebäuden richtiggehend umzingelt: Rechts ein Neubau am Rand des Schutzgebietes, im Hintergrund die AFG Arena. (Bild: Urs Bucher)

Idyllisch liegt der Bildweier etwas abseits der Zürcher Strasse. Wiesland rundherum, eine Strassenkreuzung, einzelne Bauernhöfe und Wohnbauten, in einiger Distanz die kleine Häuseransammlung von Winkeln. Und auf der andern Seite der Zürcher Strasse die unberührte Weite des Breitfelds.

Dieses Bild ist pure Nostalgie, so präsentiert es sich auf Flugaufnahmen aus der Nachkriegszeit. Heute wird das Dreieck zwischen Bild, Winkeln und dem Breitfeld dominiert von Einkaufszentren, Industriebauten, mehrspurigen Strassen und dem Fussballstadion.

Bedeutendes Laichgebiet

Den Weiher allerdings gibt es noch immer, seine Wasseroberfläche dürfte knapp doppelt so gross sein wie das Rasenfeld in der nahen Arena. Er ist aufgrund des Grüngürtels und der Bauten darum herum von der Strasse aus kaum wahrnehmbar. Die Kernzone des Areals ist mit Rücksicht auf Pflanzen und Tiere umzäunt und nicht zugänglich. Ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung inmitten der baulichen Entwicklungszone, Lebensraum für viele Arten. Im Wasser schwimmen Hechte, im Geäst der Bäume können Eisvögel beobachtet werden.

Das ist keine Selbstverständlichkeit. In den 1970er-Jahren gab es Pläne, den 1834 erstmals auf einem Plan dokumentierten künstlichen Weiher mit dem Aushubmaterial aus dem Autobahn-Tunnelbau aufzuschütten. Das rief den kurz zuvor gegründeten Naturschutzverein Stadt St. Gallen und Umgebung auf den Plan. Nach mehrjährigen Verhandlungen und politischen Diskussionen wurde das Areal dann per 1. Juli 1983 tatsächlich unter Schutz gestellt.

Nun, gut dreissig Jahre später, befassen sich Naturschutzverbände und die Stadt wieder mit dem Weiher. Gefahr droht diesmal nicht durch menschliche Eingriffe, sondern durch natürliche Prozesse: durch Verschlammung und Verlandung. Die Stadt hat deshalb im vergangenen November auf dem Erddamm Probebohrungen durchgeführt.

Weitere Proben im Frühling

Die ersten Ergebnisse liegen vor, wie Rolf Kretzer, Wasserbau-Experte beim Tiefbauamt, bestätigt. Für eine abschliessende Abschätzung der Situation reichen sie aber nicht aus. «Wir werden im Frühling weitere Bohrungen durchführen», sagt Kretzer. Sie sollen aufzeigen, wie weit die Verschlammung fortgeschritten ist, wie stark der Schlamm von Industrieabwässern aus Herisau belastet ist und wie es um die Stabilität des Dammes steht.

Wie es nachher mit dem Weiher weitergehen wird, ist offen. Verlanden lassen? Aufwerten zu einem Stadtpark West? «Das sind Optionen», sagt Kretzer. Für Christian Meienberger von Pro Natura ist klar: «Allfällige Sanierungsmassnahmen müssen mit den Schutzzielen abgestimmt werden.» Aber da sehe er keine Probleme. Er spricht von einer guten Zusammenarbeit mit der Stadt. Und ist fürs erste froh, dass der für die Proben im Herbst abgesenkte Wasserstand auf die Laichsaison hin wieder die alte Marke erreicht.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.