Der Bauchef soll ein Linker sein

Im September werden die St. Galler Gemeindebehörden neu bestellt. Im Linthgebiet treten mehr Gemeindepräsidenten ab, als neu gewählt werden – und in Rapperswil-Jona propagiert das Gewerbe die Wahl eines Linken als Bauchef.

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Im Stadtrat von Rapperswil-Jona stehen mehrere Wechsel an. (Bild: Geri Schedl)

Im Stadtrat von Rapperswil-Jona stehen mehrere Wechsel an. (Bild: Geri Schedl)

Gewerbe, FDP, GLP und EVP von Rapperswil-Jona wollen bei der Wahl des städtischen Bauchefs nichts dem Zufall überlassen. Ein Findungsausschuss der vier Parteien hat sich deshalb auf die Suche nach dem besten Nachfolger des abtretenden Walter Domeisen gemacht. Als der Ausschuss seine Karten auf den Tisch legt, reibt sich die politische Konkurrenz die Augen: vorgeschlagen wird nicht ein Bürgerlicher, sondern ein Sozialdemokrat. Der 45jährige Thomas Furrer stammt aus Grenchen und leitet die Planungsabteilung der Berner Gemeinde Köniz. Furrer ist ausgebildeter Raum- und Gemeindeplaner – und hat erst noch an der Hochschule für Technik Rapperswil studiert.

Auf dem falschen Fuss erwischt wurde mit der Nomination Furrers vor allem die SP. Sie hat mit Willi Schneider ebenfalls einen Kandidaten für das Hauptamt (80 Prozent) als Bauchef nominiert. Nicht mehr zur Wiederwahl antreten werden die bisherigen nebenamtlichen SP-Stadträte Marianne Aguilera und Hans Länzlinger. Zweiter SP-Kandidat (für ein Teilamt von 30 Prozent) ist Pablo Blöchlinger.

Tunnelgegner kandidieren

Für die FDP soll der wiederkandidierende Thomas Rüegg das Vollamt des Schulpräsidenten halten. Die zurücktretende Brigitte Bruhin wollen die Freisinnigen durch Markus Gisler, ehemals Chefredaktor von «Cash» und «Mittellandzeitung», ersetzen. Speziell an dieser Kandidatur: Gislers Ehefrau, die Fernsehjournalistin Marianne Fassbind, war von 2000 bis 2004 Finanzvorsteherin von Rapperswil.

Die CVP will mit Erich Zoller auch in der nächsten Amtsdauer den Stadtpräsidenten stellen; als Stadtrat kandidiert der Berufsschullehrer Roland Manhart. Für die Grünen (UGS) tritt die Bisherige Rahel Würmli erneut an.

Aktuell nicht im Stadtrat vertreten ist die SVP. Sie versucht es diesmal mit dem Joner Bankangestellten Kurt Kälin. Als unabhängige Kandidaten treten die Unternehmer Istvan Nagy und Hubert Zeis sowie der Selbständige Charly Hochstrasser an. Zeis und Hochstrasser waren treibende Kräfte hinter der Opposition gegen den Stadttunnel. Nimmt man das damalige Abstimmungsergebnis als Massstab, müssten sie gute Wahlchancen haben.

Zwei statt sechs

Gommiswald, Ernetschwil und Rieden schliessen sich per 1. Januar 2013 zusammen. Die neuen Gemeindebehörden wurden bereits Mitte Juni gewählt. Gemeindepräsident ist Peter Göldi, bisher Präsident von Gommiswald. Martin Bosshard, Rieden, geht in Pension; Hugo Kessler, bisher Gemeindepräsident von Ernetschwil, tritt ab und arbeitet wieder in seinem angestammten Beruf als Energieberater.

Ebenfalls auf 1. Januar 2013 fusionieren Eschenbach, Goldingen und St. Gallenkappel. Auch dort ist der neue Gemeinderat bereits gewählt. Präsident ist Josef Blöchlinger, heute Gemeindepräsident von Eschenbach. Die Amtsinhaber von St. Gallenkappel und Goldingen, Heribert Hubatka und Daniel Gübeli, gehen mit dem Jahreswechsel in Pension.

In Schänis verzichtet der langjährige Gemeindepräsident Erich Jud altershalber auf eine erneute Kandidatur. Auf die Ausschreibung der Stelle gingen lediglich zwei Bewerbungen ein. Anders als erwartet, bekommt der von allen Parteien unterstützte Kandidat und bisherige Gemeinderat Herbert Küng Konkurrenz. SVP-Vertreter Jürg Odermatt tritt gegen Küng an, obwohl die SVP in der Findungskommission der Ortsparteien sich ebenfalls für Küng ausgesprochen hatte.

Gelassener in die Wahlen gehen dürfen die konkurrenzlosen Gemeindepräsidenten von Amden (Urs Roth), Weesen (Mario Fedi), Benken (Roland Tremp), Kaltbrunn (Markus Schwizer), Uznach (Erwin Camenisch) und Schmerikon (Félix Brunschwiler).

Denkbar ist, dass die vier letztgenannten Gemeinden nur noch für vier Jahre separate Behörden wählen. Auch sie prüfen den Zusammenschluss.