Der Bär, ein Fossil?

«St. Galler Bär: Noch einmal davongekommen», 12.1.2013

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Der «St. Galler Bär» vom vergangenen Samstag. Der Bär fürchtet sich vor den «Tierwelten» im Walter-Zoo. (Bild: Karikatur: Corinne Bromundt)

Der «St. Galler Bär» vom vergangenen Samstag. Der Bär fürchtet sich vor den «Tierwelten» im Walter-Zoo. (Bild: Karikatur: Corinne Bromundt)

«St. Galler Bär: Noch einmal davongekommen», 12.1.2013

Bisher und zwar selten, wenn es an einem Presseartikel etwas wegen eines groben Fehlers oder einer offensichtlichen Unwahrheit zu beanstanden gab, habe ich der Redaktion einen persönlichen Brief geschrieben. Ich wollte weder Schreiber noch Lektor noch Redaktor öffentlich blossstellen. Was ich aber jetzt zu sagen habe, gehört – so glaube ich – an die Öffentlichkeit.

Es geht um den «St. Galler Bär» des Tagblatts vom vergangenen Samstag. Die Publikation dieser «Karikatur» ist eine krasse redaktionelle Fehlleistung! Als Naturwissenschafter habe ich mich über die ablehnenden und teils sehr unbedarften Pressestimmen zu von Hagens «Körperwelten» gewundert und auch geärgert. Viele wurden durch diese Elaborate vom Besuch der Ausstellung abgehalten. Gruuusig sei es, Leichenfledderei, gegen Religion und Gott, verderblich für die Psyche der Kleinen. Dass auch Lehrpersonen und Politiker im Bildungsbereich ins selbe – misstönende – Horn bliesen, ist besonders stossend. Ausnahmslos alle, die man drängte, die Ausstellung dennoch zu besuchen, waren hinterher ausserordentlich positiv beeindruckt und belehrt. Besonders eindrücklich waren bei meinen Besuchen die Neugier und das Interesse der Kinder. Keine Spur von Abscheu und Ekel.

Ist der St. Galler Bär vielleicht ein theologisches Fossil aus alten kirchlichen Zeiten (1163): <ecclesia abhorret a sanguine>?

Walter Bollier

Wildeggstrasse 32a, 9000 St. Gallen

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