Der Autotreff kann endlich bauen

Die Erleichterung war spürbar, als die Brüder Raphael und Daniel Vogel gestern den Spatenstich für den Ausbau des PP Autotreffs feierten. Entstehen wird für elf Millionen eine Audi-Vertretung mit 25 Arbeitsplätzen. Um das Bauland wurde jahrelang gerungen.

Johannes Wey
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Die Autotreff-Geschäftsführer Raphael und Daniel Vogel (von links) vor dem Bagger, mit dem sie zuvor der Scheune zu Leibe rückten. (Bild: Johannes Wey)

Die Autotreff-Geschäftsführer Raphael und Daniel Vogel (von links) vor dem Bagger, mit dem sie zuvor der Scheune zu Leibe rückten. (Bild: Johannes Wey)

WITTENBACH. Die Worte «Ausdauer» und «Geduld» waren oft zu hören beim gestrigen Spatenstich für den Audi-Terminal des PP Autotreffs in Wittenbach. Wobei es sich weniger um einen Spatenstich als um einen Teilabriss der Scheune Ackermann handelte. Autotreff-Geschäftsführer Raphael und Daniel Vogel versuchten sich dabei gleich selber als Baggerführer.

«Vorkompensation» akzeptiert

Ausdauer und Geduld waren in der Tat nötig, bis der gestrige Anlass möglich wurde. Dies unterstrichen nicht nur die Gebrüder Vogel, sondern auch Gemeindepräsident Fredi Widmer und Raumplaner Ueli Strauss-Gallmann in ihren Ansprachen. Für Daniel Vogel war es ein «grosser Tag», nun ernte man, wofür man jahrelang gekämpft habe. Hobby-Langstreckenläufer Widmer verglich das Bauvorhaben mit einem Marathon: «Heute befinden wir uns an einem Trinkhalt und bereiten uns auf die Schlussstrecke vor», sagte er und wünschte den Gebrüdern Vogel ein «Runner's High», einen Adrenalinrausch, der Athleten mühelos dem Ziel entgegenträgt. Strauss erklärte, wieso es sich bei der Baulandparzelle um ein «Unikum im Kanton» handle: Als im Gebiet Hofen Süd erstmals Bauland geschaffen werden sollte, wurde, noch vor Inkrafttreten des Einzonungsmoratoriums, Bauland im Gebiet Eigen ausgezont. Bis der Bund diese Auszonung als «Vorkompensation» anerkannte, habe es einiges an Überzeugungsarbeit gebraucht.

25 neue Arbeitsplätze

Der Neubau für rund elf Millionen Franken soll bis im Herbst 2016 bezugsbereit sein. Der PP Autotreff will darin 25 neue Arbeitsplätze schaffen, gut 30 Mitarbeiter zählt das Unternehmen heute schon. Nebst 720 Quadratmetern Ausstellungsfläche entstehen unter anderem ein Lager für rund 30 Autos, eine Werkstatt mit Malerei und Spenglerei, eine Waschanlage sowie ein «Reifenhotel» mit Platz für 6000 Räder. «Wir werden die modernste Audi-Werkstatt der Ostschweiz», sagte Raphael Vogel. Das Ziel sei, alle Dienstleistungen rund ums Auto anzubieten.

Langwierige Vorgeschichte

Die Ausbaupläne des PP Autotreffs bestehen schon lange. Einen Versuch, deren Verwirklichung zu ermöglichen, unternahm die Gemeinde 2013. Mit dem Teilzonenplan Hofen Süd sollten an der Arbonerstrasse 2,9 Hektaren Land eingezont werden. Interessen gab es laut Gemeinderat viele, öffentlich zu erkennen gab sich lediglich der PP Autotreff. Landwirtschafts- und SP-Vertreter ergriffen das Referendum, 54 Prozent der Stimmbürger lehnten die Umzonung ab. Im Mai 2014 präsentierte Gemeindepräsident Fredi Widmer dann eine «massgeschneiderte Lösung» für den Autotreff: Die Einzonung von 6400 Quadratmetern Land, wovon ein Grossteil schon mit einer ungenutzten Scheune überbaut ist. Gegen dieses Vorhaben wehrte sich diesmal ein nationaler Verband. Nach einer Korrektur zog er seine Einsprache zurück, die Referendumsfrist verstrich daraufhin ungenutzt.