Der Autofahrer wartet nicht länger

Die Haltestelle Olma der VBSG in Fahrtrichtung Heiligkreuz ist in den letzten Wochen mehrfach in die Schlagzeilen geraten. Dies wegen eines Versuchs, den die Stadt hier mit einem neuen Haltekonzept durchgeführt hat.

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Die Haltestelle Olma der VBSG in Fahrtrichtung Heiligkreuz ist in den letzten Wochen mehrfach in die Schlagzeilen geraten. Dies wegen eines Versuchs, den die Stadt hier mit einem neuen Haltekonzept durchgeführt hat. Von Mitte April bis Mitte Mai hielt der Bus nicht mehr neben der Fahrbahn einer Haltebucht, sondern gleich auf der Fahrbahn selber.

Kritik von bürgerlicher Seite

Der Versuch hat zu zwei politischen Vorstössen geführt. In beiden wurde das Projekt als Schikane für Autofahrer kritisiert. SVP-Kantonsrat Hans M. Richle stellte der Kantonsregierung kritische Fragen, wurde von dieser aber an die Stadt verwiesen. FDP-Stadtparlamentarier Felix Keller stellte ähnliche Fragen an die Adresse des Stadtrates.

Jetzt liegt die stadträtliche Antwort vor. Den Versuch mit der Aufhebung der Bushaltebucht an der St. Jakob-Strasse begründet die Stadtregierung mit Bemühungen für einen möglichst effizienten und attraktiven öffentlichen Verkehr. Kurzfristig sei es an vielen Stellen auf dem Strassennetz nicht möglich, dem Stadt- und Regionalbus eine eigene Fahrspur zu geben. Die Stadt habe daher die Möglichkeit vertieft abgeklärt, wie man den Bus im Strassenverkehr bevorzugen – im Fachjargon «priorisieren» – könne.

Fahrbahnhaltestellen anstelle von Busbuchten haben nach Meinung der Fachleute Vorteile bei dieser Priorisierung. Der Bus halte mitten auf der Strasse, lasse Leute ein- und aussteigen und fahre danach ungehindert weiter. Damit stehe er am nächsten Lichtsignal tatsächlich vorne und könne wirklich davon profitieren, dass dieses in seine Fahrrichtung bevorzugt auf Grün gestellt werde.

Haltebuchten mit Nachteilen

Mit den Fahrbahnhaltestellen entfielen einerseits die Probleme, die der Bus habe, wenn er im dichten Verkehr von einer Haltebucht zurück auf die Fahrbahn wolle. Anderseits schiebe er damit aber auch keine Autopulks mehr über das nächste Lichtsignal vor sich her.

Für den Autofahrer sei die Fahrbahnhaltestelle kein Nachteil, hält der Stadtrat fest. Er warte unter dem Strich mit dem neuen Konzept nicht länger. Statt vor dem Bus am nächsten Lichtsignal tue er dies einfach an der Haltestelle hinter dem Bus. (vre)