Der Ausgang darf nicht fehlen

Die 17jährige Stefanie Albrecht spielt mit dem LC Brühl in der NLB. Für die talentierte St. Gallerin liegt das Geheimnis des Erfolgs im Teamgeist. Diesen wollen sie im morgigen Spitzenspiel gegen Uster nutzen.

Tim Naef
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Handball ist für Stefanie Albrecht zentral. Doch auch die anderen Dinge dürfen nicht zu kurz kommen. (Bild: David Suter)

Handball ist für Stefanie Albrecht zentral. Doch auch die anderen Dinge dürfen nicht zu kurz kommen. (Bild: David Suter)

HANDBALL. Der Sport nimmt im Leben von Stefanie Albrecht eine zentrale Rolle ein. Mit acht Jahren absolvierte sie ihr erstes Training. Auf die Idee brachte sie ihre Mutter, die ebenfalls Handballerin war. Die 17jährige St. Gallerin spielt mittlerweile beim LC Brühl in der NLB und in der Schweizer U20-Nationalmannschaft. Nebst drei Clubtrainings absolviert sie bis zu vier individuelle Einheiten pro Woche. Parallel dazu geht sie noch zur Schule und macht eine Kaufmännische Lehre auf der Gemeinde in Eggersriet.

Damit Albrecht Schule, Ausbildung und Sport unter einen Hut bringen kann, besucht sie die United School of Sports in Zürich. Vergangenes Jahr war die Belastung indes noch höher. Da spielte die St. Gallerin für drei Teams – das Nationalteam, den LC Brühl II und zudem die U19-Elite des LC Brühls. Trotz des vollen Terminkalenders dürfen Kollegen, ihr Freund, der ebenfalls Handball spielt, und die Familie nicht zu kurz kommen. Und auch der Ausgang am Wochenende darf nicht fehlen: «Wir haben nicht umsonst im Club den <Olma-Montag> eingeführt. Solange die Leistung im Match stimmt, geht das auch für unseren Trainer in Ordnung. Dann darf es auch mal später werden.»

Das Team steht im Vordergrund

Das ist nicht immer der Fall. Vergangenes Wochenende musste Albrecht mit Brühl gegen das nicht stärker einzustufende Amicitia Zürich eine Niederlage hinnehmen. Bereits zur Pause lagen die Brühlerinnen mit 9:17 zurück und verloren das Spiel schliesslich mit 23:29. Prompt setzte der Trainer für Montag ein Straftraining an. «Die Teamleistung hat nicht gestimmt, wir haben uns zu schnell aufgegeben. Doch ich bin mir sicher, dass wir im nächsten Spiel wieder parat sein werden», sagt Albrecht. Es fällt auf, dass sie ausschliesslich vom «Wir» spricht. Der Teamgedanke ist der 17-Jährigen sehr wichtig: «Wenn wir gewinnen, gewinnen wir als Team. Und auch umgekehrt.»

Im Mittelpunkt steht die St. Gallerin nicht gerne. Ihre Mutter beschreibt sie als ruhige, liebevolle Person. Ausser auf dem Spielfeld: «Wenn der Schiedsrichter nicht seinen besten Tag hat, kann ich schon mal lauter werden.» Doch über sich selber zu sprechen, ist ihr fast ein wenig unangenehm.

Zwischen Nati und Club

Dabei hätte sie mit ihren erst 17 Jahren bereits einiges zu erzählen. Mit den verschiedenen Junioren-Nationalmannschaften hat sie schon fast ganz Europa besucht. Erst kürzlich war sie in Russland für ein EM-Qualifikationsspiel und Anfang Dezember reist sie mit der U20 nach Polen. Im vergangenen Jahr wurde sie mit dem U19-Team von Brühl Schweizer Meisterin. Ein weiterer Höhepunkt in der noch jungen Karriere war der achte Platz an der U18-EM in Göteborg dieses Jahr. Dabei spielte die St. Gallerin meist im Rückraum, wo sie viel Verantwortung übernehmen muss. Auch in ihrem Club muss sie Verantwortung übernehmen. Doch die Position ändert sich von Spiel zu Spiel: «Bei Brühl habe ich keine fixe Position. Ich spiele dort, wo mich der Trainer braucht.» Ihre Vielseitigkeit ist dabei Fluch und Segen zugleich, da sie auch auf Positionen spielen muss, die ihr persönlich nicht so gefallen. Doch auch hier stellt Albrecht ihre persönlichen Interessen hinter die der Equipe. Sie möchte mit dem Team den Titel in der NLB holen.

Teamgeist als Stärke

Nach der unnötigen und deutlichen Niederlage gegen Amicitia ist der LC Brühl II auf den dritten Platz zurückgefallen. Und nun wartet morgen der starke Tabellenerste Uster. Doch sie ist überzeugt, dass dies nur ein Ausrutscher war. «Wir besitzen zwar starke Einzelspielerinnen, doch unsere grosse Stärke ist der Zusammenhalt innerhalb des Teams. Wenn wir geschlossen auftreten und aggressiv verteidigen, haben wir auch gegen Uster gute Chancen.»