«Denn ich liebe Gletscher»

Heute beginnt der Klimagipfel in Paris. Am Samstag hat dazu ein Klima-Aktionstag in St. Gallen stattgefunden. Zusammengetragen wurden Gründe für den Kampf gegen den Klimawandel.

Elina Grünert
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Wieso man gegen den Klimawandel ankämpfen muss: Alle durften auf dem Blumenmarkt ein Herz mit ihrem persönlichen Grund beschriften. (Bild: Benjamin Manser)

Wieso man gegen den Klimawandel ankämpfen muss: Alle durften auf dem Blumenmarkt ein Herz mit ihrem persönlichen Grund beschriften. (Bild: Benjamin Manser)

Trotz nasskalten Wetters haben sich bereits am Samstagmittag rund 60 Personen für den Klima-Aktionstag auf dem Blumenmarkt versammelt. Der fand aus Anlass des Klimagipfels in Paris statt. Auf Papierherzen konnte man schreiben, was einem besonders wichtig und durch den Klimawandel bedroht ist. Damit soll den Politikern gezeigt werden, dass grosse Teile der Bevölkerung im Kampf gegen den Klimawandel hinter einem Kurswechsel stehen würden.

Schützen, was man liebt

Weltweit fanden am Samstag an rund 2000 Orten Klima-Aktionen statt. In der Schweiz waren es sieben Anlässe, die von der Klima-Allianz organisiert wurden. Im Zentrum standen hierzulande Papierherzen mit individuellen Gründen für den Kampf gegen die Klimaerwärmung. Besonders oft waren im «Herzpavillon» auf dem St. Galler Blumenmarkt Wörter wie Vielfalt, Natur, oder Nachhaltigkeit zu lesen.

Es gab aber auch ausgefallenere Herzenswünsche. So will einer gegen den Klimawandel antreten, weil er Hunde liebt, «die im Schnee ausflippen», ein anderer will den Klimawandel für «Gorillas im Nebel» stoppen.

Die rund 1200 St. Galler Herz-botschaften werden zu einem Fotobuch für Doris Leuthard zusammengestellt, sagt Daniel Lüscher, der den Anlass organisiert hat. Die Bundesrätin vertritt die Schweiz beim Klimagipfel.

Stimmen aus der Bevölkerung

«Wir wollen zeigen, dass der Bevölkerung der Klimawandel nicht egal ist», sagt Organisator Lüscher. «Wenn man notiert, was man alles liebt, wird einem bewusst, wie viel durch den Klimawandel verloren gehen kann.» Der St. Galler Klima-Aktionstag wurde musikalisch begleitet von drei Bands. Zudem gab es am Mittag während einer Stunde ein «Open Mic». Jeder, der wollte, durfte auf der Bühne seine Meinung zum Klimawandel äussern.

Global denken, lokal handeln

Wer sein Wissen über das Klima und seinen Wandel vertiefen wollte, konnte das in den Cafés Blumenmarkt und Süd tun. Nebst zwei Professoren der Uni St. Gallen war bei den Diskussionen über die Klimapolitik Stadtrat Peter Jans anwesend. Er zweifelt daran, dass das sogenannte «Zwei-Grad-Ziel» beim Klimagipfel erreicht werden kann. Trotzdem hoffe er aber auf eine Verbesserung gegenüber dem jetzigen Zustand. Das Problem bestehe darin, dass eine grosse Lücke zwischen der Erkenntnis über den Klimawandel und den Massnahmen bestehe.

Die grosse Frage beim Pariser Klimagipfel ist, ob die Staaten primär ihr Eigeninteresse vertreten oder ob das Gemeinwohl im Vordergrund steht. Da stellt sich auch die Frage, ob Aktionen wie der Klima-Aktionstag überhaupt wahrgenommen werden. Peter Jans ist sicher, dass solche Aktionen «in der Summe» etwas bewirken können: «Ich glaube nicht, dass es den Politikern in Paris egal ist, was die Bevölkerung denkt.» Jedoch sei es zu einfach, die Verantwortung auf Paris abzuschieben, meint Jans: «Wir müssen uns auch lokal gegen den Klimawandel engagieren.»