Den Worten müssen jetzt Taten folgen

Kommentar

David Gadze
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Zu klein und sanierungsbedürftig: der Tageshort am Gerbeweg. (Bild: Ralph Ribi)

Zu klein und sanierungsbedürftig: der Tageshort am Gerbeweg. (Bild: Ralph Ribi)

Es ist ein deutliches, ja unmissverständliches Zeichen, das das Stadtparlament gestern gesetzt hat. Mit der einstimmigen Annahme des Postulatsberichts und damit mit dem Ja zum Ausbau der ausserschulischen Tagesbetreuung hat es bekräftigt, den vom Stadtrat eingeschlagenen Weg mitgehen zu wollen. Dieser Weg ist weit, die Stadt hat viel aufzuholen. Ein flächendeckendes Betreuungsangebot ist in anderen Städten längst selbstverständlich, in St. Gallen wird es in zehn Jahren realisiert sein.

Den Worten müssen also schnell Taten folgen. Die Anerkennung der Notwendigkeit eines flächendeckenden Ausbaus und die gestern beschlossenen Stellenerhöhungen sind erste Schritte auf dem Weg dorthin. Dieser Weg wird auch teuer. Eine moderne, chancengerechte und zukunftsfähige Stadt muss den Volksvertretern diese Investitionen wert sein. Das bedeutet nicht, dass das Geld zum Fenster rausgeworfen werden darf. Aber nicht nur der Stadtrat, auch das Parlament wird sich künftig am unmissverständlichen Ja zum Ausbau der Tagesbetreuung messen lassen müssen.

Bei der Planung der einzelnen Projekte ist der Stadtrat gefordert, pragmatische und mehrheitsfähige Lösungen zu suchen. Das Parlament hat angekündigt, jede Vorlage genau unter die Lupe zu nehmen und sie nicht der guten Sache wegen durchzuwinken. Das Scheitern der Projekte in Rotmonten und auf der Sömmerliwiese war diesbezüglich ein Wink mit dem Zaunpfahl.

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch