Den Wandel gemeistert

Vor Monatsfrist wurde die Post St. Georgen geschlossen. Als Ersatz dient seither eine Postagentur im Quartierladen. Die ersten 30 Tage waren für Kundschaft und Betreiber eine Umstellung.

Luca Ghiselli
Merken
Drucken
Teilen
Seit einem Monat ist die Postagentur im Maxi-Markt in Betrieb. (Bild: Luca Ghiselli)

Seit einem Monat ist die Postagentur im Maxi-Markt in Betrieb. (Bild: Luca Ghiselli)

In einer Ecke hinter der Eingangstüre des Maxi-Markts in St. Georgen leuchtet es seit Anfang September grell-gelb. Seit der Schliessung der Quartierpost geben St. Geörgler hier in der Postagentur ihre Briefe auf oder tätigen Einzahlungen. «Schade, dass die Post den Briefkasten bei der alten Poststelle entfernt hat», sagt ein Kunde. Er komme regelmässig in den Quartierladen, um das Angebot der Postagentur zu nutzen. «Die längeren Öffnungszeiten sind praktisch.»

Keine gelernten Pöstler

Maxi-Markt-Betreiber Bruno Egger ist mit der Postagentur zufrieden. «Zwischen 20 und 50 Kunden nutzen das Angebot pro Tag», schätzt er. Der erste Monat sei für sie als Betreiber der Postagentur aber gewöhnungsbedürftig gewesen. Der Aufwand sei beträchtlich, der Umgang mit den Briefen neu. «Wir sind ja keine gelernten Pöstler», sagt Egger. Vielen Kundinnen und Kunden müssten sie beim ersten Besuch im Laden erklären, wie die Agentur funktioniert. Das sei besonders in der Anfangsphase zeitintensiv. Die Postagentur habe aber auch Vorteile. Es kämen deswegen mehr Leute in den Laden als vorher.

Gemischte Reaktionen

Laut Martin Boesch vom Quartierverein St. Georgen sind die Reaktionen auf die Postagentur im Quartier unterschiedlich. Viele Quartierbewohner seien immer noch enttäuscht, hätten sich aber damit arrangiert. Auch St. Georgen habe den Übergang in die moderne Zeit meistern müssen. Die Umwandlung der Poststelle in eine Agentur sei Teil davon. «Wir haben den Wandel als Quartier gut gemeistert», sagt Boesch. Er sei dem Ehepaar Egger vom Maxi-Markt dankbar, dass sie den zusätzlichen Aufwand auf sich genommen haben. Der Quartierverein hatte mit der Post Verhandlungen geführt und war so an der Eröffnung der Postagentur beteiligt.