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Den vergessenen Dadaistinnen auf der Spur

Der Kunstverein Rorschach widmete sich am Mittwoch den Dadaistinnen. Die Referentin Ina Bösch führte das Publikum in eine Kunstbewegung ein, in der Frauen die Chance hatten, aktiv zu sein.
Elsbeth Murer

Auf Einladung des Kunstvereins Rorschach referierte die Buchautorin Ina Bösch über Dada und die mehrheitlich unbekannten Dadaistinnen.

Ist Dada ein Haarwasser, eine Feuerversicherung oder eine Kunstrichtung? Dada ist eine Rebellion gegen bürgerliche Normen und den Ersten Weltkrieg. Es ist eine Geisteshaltung, die nicht auf Disziplin, sondern auf dem Zufall basiert, referierte die Kulturwissenschafterin und Publizistin Ina Bösch am Mittwoch. Dada reflektierte sich selbst, hinterfragte die eigene Existenz, das eigene Tun und die Regeln der Gesellschaft grundlegend. Vor 1916 bekamen die Frauen kaum Möglichkeiten, ihr künstlerisches Schaffen zu zeigen, sie wurden höchstens in Fussnoten oder Nebensätzen erwähnt.

Frauen hatten Chance, aktiv zu werden

Weil sich Dada ausserhalb der etablierten Kunstszene bewegte, hatten die Frauen nun eine Chance, aktiv zu werden. Diese Chance nutzten sie, waren aber gleichzeitig Musen und Quellen für die künstlerische Inspiration. Die Dadaistinnen malten, gestalteten, schrieben, musizierten, sangen, tanzten, entwarfen Kleider und gaben Zeitschriften heraus. Sie lebten Dada, waren unbequem und prägten die Bewegung entscheidend mit.

Mina Loy schrieb unter anderem in ihrem Manifest: «Auch unverheiratete Frauen hätten das Recht auf Sex und Mutterschaft. Auf das trügerische Geschäft mit der Ehe sollten sie sich nicht einlassen.» Neben den bekannten Künstlerinnen Sophie Täuber-Arp und Emmy Hennings waren über 50 Frauen aktiv an der Bewegung beteiligt.

Männer schrieben Geschichte des Dada

Dennoch wurde die Geschichte des Dada vor allem von Männern aufgeschrieben. Sie haben die Frauen vergessen, verniedlicht oder degradiert. So hiess es zum Beispiel über eine talentierte Dadaistin lediglich, sie habe jeweils belegte Brötchen und Bier hervorgezaubert. Ihre künstlerischen Tätigkeiten wurden nicht erwähnt.

Die Frauen hingegen haben kaum etwas aufgeschrieben, sondern unterstützten ihre Männer als Musen, Hausfrauen und Krankenpflegerinnen. Zudem engagierten sie sich oft in flüchtigen Disziplinen wie Tanz oder Performance. Manche waren auch im Hintergrund als Verlegerinnen und Mäzeninnen aktiv, wie die Referentin darstellte.

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