Den Passanten auf der Spur

ST.GALLEN. Seit kurzem erhebt die Stadt an mehreren Orten mittels Sensoren Velo- und Fussgängerzahlen. Damit wolle man die Verkehrsentwicklung verfolgen. Resultate sollen in die Planung einfliessen.

Ralf Streule
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Urs Büchler von der städtischen Verkehrsplanung neben der Fussgänger-Zählstelle an der Vadianstrasse. Ein Wärmesensor nimmt hier die Passantenströme auf. (Bild: Ralf Streule)

Urs Büchler von der städtischen Verkehrsplanung neben der Fussgänger-Zählstelle an der Vadianstrasse. Ein Wärmesensor nimmt hier die Passantenströme auf. (Bild: Ralf Streule)

Autos werden schon seit längerer Zeit an verschiedenen Stellen der St. Galler Innenstadt gezählt. Nun machen sich die Verkehrsplaner der Stadt auch daran, Velofahrer- und Fussgängerzahlen zu erheben. Seit Mitte Jahr sind an fünf Orten der Stadt Messstellen installiert, welche die Velofahrer automatisch erfassen: am Kreuzbleicheweg nahe dem Kastanienhof, auf der Oberstrasse westlich des Güterbahnhofareals, auf der Museumstrasse, auf der Rosenbergstrasse im Stahl sowie auf der Vadianstrasse gegenüber dem Globus. An letzterer Stelle werden seit September auch Fussgänger gezählt, gestern teilte die Stadt erste Resultate mit.

18 000 in der Vadianstrasse

Diese sind erstaunlich: Im November passierten im Durchschnitt knapp 11 000 Passanten pro Tag die Zählstelle in der Vadianstrasse. Am vorletzten Donnerstag wurde mit über 18 100 Personen der höchste Tageswert registriert. Die gleiche Stelle wurde pro Tag von durchschnittlich 720 Velos befahren. Bei der Zählstelle Museumstrasse sind es täglich rund 330, bei der Rosenbergstrasse knapp 320, auf der Oberstrasse rund 450 und auf dem Kreuzbleicheweg 340 Velofahrer.

Sensor misst Metall oder Wärme

Wie die Verkehrszählungen im Detail funktionieren, erklärt Urs Büchler, Mitarbeiter bei der städtischen Verkehrsplanung und für die Zählstellen verantwortlich. «Bei den Velomessstellen wird mittels Induktionsschlaufen im Boden das Metall der Felgen erfasst. Fährt ein Auto über die Schlaufe, wird nicht mitgezählt, da der Sensor die Metallmenge eruieren kann.» Bei der Passantenzählung werde mit Wärmesensoren gearbeitet. Diese könnten, im Unterschied zu Lichtsensoren, mehrere vorbeigehende Menschen gleichzeitig erfassen. Um sicher zu gehen, dass die Messstellen funktionierten, habe man nach der Installation während mehrerer Stunden mitgezählt und die Zahlen verglichen. Nun gehe man davon aus, dass die Messwerte, mit höchstens kleinen Abweichungen, stimmen würden.

Entwicklungen verfolgen

Doch was bringen die Zahlen? Dass auf der Vadianstrasse viele Menschen unterwegs sind, fällt dem Passanten auch ohne Zählstelle auf. «Es ist wichtig für uns, dass wir Entwicklungen über die Jahre nicht nur ungefähr abschätzen, sondern belegen können», sagt Christian Hasler, Leiter Verkehr bei der Stadt. Natürlich würden aufgrund der Zahlen nicht unmittelbar Massnahmen ergriffen. Basierend auf den Daten könnten aber «zielgerichtete Massnahmen zur Förderung des Langsamverkehrs ergriffen und deren Wirksamkeit auch geprüft werden». Um die Verkehrsströme genauer abschätzen zu können, wären aber weitere Zählstellen nötig. Es sei geplant, sagt Christian Hasler, Kredite für weitere Messstellen bei der Stadt zu beantragen. «Zunächst wollen wir aber mit den vorhandenen Messstellen Erfahrungen sammeln.»