Den Mächtigen eins auswischen?

Schnitzelbänkler: Den Mächtigen eins auswischen Ausgabe vom 23. Januar 2016

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Selten so gelacht im Zusammenhang mit der St. Galler Fasnacht! Oder vielleicht noch nie. Bei den hiesigen Schnitzelbänken sei laut dem PHSG-Prorektor «die Grundidee, den Mächtigen ans Bein zu <bislen>». Dabei sind just in unserer Stadt die «Ehren-Föbüs» und diejenigen, die jährlich mit Versen von mässiger Qualität und Lustigkeit unterwegs sind, entweder bürgerlich oder bieder. Oder beides. Die wenigen Ausnahmen bestätigen die Regel. Der HSG-Professor, der CVP-Regierungsrat, die Tagblatt-Journalistin, der Helvetia-Versicherungsmanager, der Kantilehrer, der alt FDP-Stadtrat, der NZZ-Korrespondent, die CVP-Stadträtin – sie wollen den Mächtigen eins auswischen? Selten so... – aber das sagte ich ja schon.

Den Mächtigen eins auszuwischen versuchen, mit Verlaub, andere. Und sie tun es jeweils nicht vom Schmutzigen Donnschtig bis zum Aschermittwoch, sondern vom Aschermittwoch bis zum Schmutzigen Donnschtig. In den 1980er-Jahren habe ich einmal als Schnitzelbankparodie gereimt: «Der politische Humor/kommt hierzulande selten vor/und lebt, wenn überhaupt, auf Raten/in sogenannten Reservaten./Davon ist eins die Fasnachtszeit/in der das Bürgertum bereit/ist herzlich über das zu lachen/mit dem sie uns sonst fertig machen.»

Stimmt leider immer noch.

Hans Fässler

Weiherweidstr. 5, 9000 St. Gallen

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