Den letzten Schliff gegeben

Die Steinacher Gemeindeleitung lud zum dritten Workshop zur Sanierung der Steinach ein. Der Baubeginn für die erste Etappe wird voraussichtlich im Jahr 2015 sein.

Fritz Heinze
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Angeregte Diskussionen prägten auch den dritten Workshop im Gemeindesaal. (Bild: Fritz Heinze)

Angeregte Diskussionen prägten auch den dritten Workshop im Gemeindesaal. (Bild: Fritz Heinze)

STEINACH. Im Eröffnungsreferat schilderte Achim Schäfer, Sammlungsleiter im Historischen Museum St. Gallen, die geschichtlichen Ereignisse rund um den Lauf der Steinach von St. Gallen bis hinunter nach Steinach. Sein Résumé: Seit 1934 wurden die Ortschaften von Hochwassern der Steinach verschont.

Im Anschluss machte Projektleiter Kaspar Fröhlich einen Rückblick auf die ersten beiden Workshops und dann ging es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Gruppenarbeit an die definitiven Entscheide. Zwei Karten präsentierten die in zwei Nachmittagen erarbeiteten Beschlüsse der Workshops und an den Gruppen lag es nun, anhand von konkreten Äusserungen dem ganzen Projekt den letzten Schliff zu geben. Der dritte Workshop musste nun die Entscheidung bringen bezüglich der ausgewählten Variante, die sowohl zur Rückführung in einen ökologischen Wasserlauf führen soll als auch die Sicherheit bei Hochwasser für die Einwohner erhöhen muss.

Die schmalere Variante

Diskussionen löste erneut die Gewässerraumbreite mit entweder 30 oder 40 Metern aus. Das Argument des Kulturland-Verlusts wurde in die Waagschale geworfen. Die Variante B mit nur 30 Metern Breite fand den grösseren Zuspruch. Sie wurde auch als ausreichend erachtet. Tatsächlich bewegt man sich aber mit diesen 30 Metern noch in einem unsicheren Umfeld, denn das neue Gewässerschutzgesetz wird voraussichtlich erst im Jahr 2018 durch den Kanton verabschiedet.

Dazu meint Philipp Gyr vom Tiefbauamt des Kantons St. Gallen, Abteilung Wasserbau, dass derzeit eine Übergangsbestimmung gelte. Man werde in diesem Projekt im Falle von einer Breite von 30 Metern die örtlichen Gegebenheiten berücksichtigen müssen. Als Sofortmassnahme zur Erhöhung der Sicherheit bei Hochwasser werden zwischen der Mündung und Obersteinach Gebüsche und die Bäume entfernt.

Zugesichert wurde zudem, dass Wanderwege, die von der Sanierung tangiert werden, bestehen bleiben.

Unwillige SBB

Auf der 2,8 Kilometer langen Strecke von der Mündung bis zum Gallussteig werden die Schuppisbrücke erneuert und die Brücke in Obersteinach den Bedürfnissen angepasst. Bei der Schuppisbrücke und der SBB-Brücke hatten die Bauplaner die Hauptgefahr für den Stau von Schwemmholz geortet. Doch was die SBB-Brücke anbelangt, dürften noch Probleme anstehen. Die SBB sehen ihrerseits keinen Handlungsbedarf. Und dies, obwohl beim Hochwasser im Juli die Brücke annähernd mit Wasser zugedeckt wurde. Roland Brändli sieht zwar Möglichkeiten, dass die SBB doch noch einlenken könnten. «Es besteht noch eine Hoffnung», sagt er.

Weshalb bei den drei Workshops sowohl Anwohner als auch Mitarbeiter der kantonalen Stellen teilnehmen, erklärte Gemeindepräsident Roland Brändli so: «Die anwesenden Mitarbeiter des Kantons werden später sowieso mitzureden haben. Die Anwohner reden mit als Steuerzahler.» Die Gemeinde könne weder ohne Steuerzahler noch ohne kantonale Stellen etwas planen.

Baubeginn in vier Jahren

Der zeitliche Ablauf des Projekts sieht vor, dass an der Bürgerversammlung vom nächsten Frühling über einen Projektierungskredit von 500 000 Franken befunden wird. Der Aufwand für die Renaturierung der Steinach wird sich für die Gemeinde Steinach auf vier bis sechs Millionen Franken belaufen und dürfe voraussichtlich an der Bürgerversammlung 2014 zur Abstimmung gelangen. Der Baubeginn der ersten Etappe von der Mündung bis Obersteinach ist für 2015 geplant.

Über den Verlauf der Workshops sagte Gemeindepräsident Roland Brändli abschliessend: «Wir haben im Rahmen der Gespräche viel gelernt und konnten das Projekt reifen lassen. Die unterschiedlichen Meinungen der Beteiligten wurden erkannt und auch etliche Projektteile, deren Realisierung nicht sinnvoll ist.»