Den «Dreck» weggewischt

Cliquen- und Guggenabend in der «Arche»: Alt Fasnächtler Mr. X und die neue Clique Schüfeli und Bäseli beweisen mit pfiffigen Versen: «Wir beobachten die Leute im Dorf genau.»

Peter Beerli
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«Köbi» von Messer und Gabel als auch die kreativen Kostüme der Besucher bereichern die Tübnacht. (Bilder: Anastasia Kontoulis)

«Köbi» von Messer und Gabel als auch die kreativen Kostüme der Besucher bereichern die Tübnacht. (Bilder: Anastasia Kontoulis)

TÜBACH. Die Tübnacht, der Cliquen- und Guggenabend, um den das Dorf gebangt hatte, ist gerettet. Statt in drei Lokalen wird in der «Arche» gefeiert. Drei Gruppen haben sich zurückgezogen. «Mr. X» bleibt. Dazu bilden seit Halloween Sonja Schär und Andrea Götte eine Clique. Sie nennen sich «Schüfeli und Bäseli» und wischen Dreck weg.

Gründe des Rückzuges

Sie lassen jene, welche Verse übelnehmen, wissen: «Reklamationen landen im Kübel.» Nicht überwundener Kritik wegen hätten sich Gruppen zurückgezogen, meinen sie. «Mr. X» hingegen weiss:: «Schints sigi daa fürs End vo de Stockente dä Grund: Di gwunä Ziit investiert sii jetz inen Drogehund. Sii trainiert bim Laufe dä Hund vo de Ursi Gschwind und wenn är für sii Drogä findt, chrauled s'em dä Grind.»

«Mr. X» und «Schüfeli und Bäseli» bleiben zum Glück: Der altgediente Fasnächtler und die neuen Frauen scheinen alles im Dorf zu beobachten, geben Wahrgenommenes pfiffig weiter. Auch der Dorfchef wird nicht geschont.

Wo die Prominenz wohnt

«De Ruehberg isch bis anhin s Mekka vo de Riiche und Schöne gsi. Doch das säged mir eu, isch scho bald verbi. Im obere Hermet wohnt gli die neu High society, dött isch sogar de Sportarzt vom Cologna debi. Und au Göttes gönd döt scho bald i und us. Do chunnts Tübacher Volk nümä drus. Wieso de Gmeindspräsi di bescht Parzällä hät becho, frogt mär sich im Dorf jo sowieso», erzählen die Damen, welche zu den Versen Bilder zeigen.

Pech und Event für Damen

Flexibilität ist von Gewöhnlichen gefordert, wissen «Schüfeli und Bäseli»: «En älteri Dame, nenned mir si Frau Rorschach, wott wie immer go poschte in Coop uf Goldach. Doch mit Schrecke muess si i dä Zittig läse, dass sie das in Zuekunft kann vergässe. Au uf Arbon fahrt keis Poschti meeh, jetz wirds aber schwirig, o jemineh. Amarillis, das isch doch keis Problem, uf San Galle chasch go poschte ganz bequem. Vo de Hauptschtadt chasch äm Morge am halbi zwei no hei, das isch en Tip. Drum gang doch au du id City go shoppe im Tankstelleshop.»

Vom Bauamtschef lästert «Mr. X.»: «Sit neuschtem fühlt sich Chollers Franz, das isch doch ganz frappant, mit em Noldi Schwarzenegger fascht wie seeläverwandt. Er posiert bim Schaffä und strahlt wiä än Füüfliber meischt mit blutem Oberkörper, bestunt vo altä Wiiber. Am liäbschtä schafft er am Dorfplatz i dä Nöchi vom neuä Brunä und hinder dä Fenschter vom Altersheim heissts: Dä Franz isch scho wieder dunä.»

Fasnacht ist noch weit mehr

Es gäbe noch viel zu erzählen von den Versen. Doch Fasnacht in der «Arche» ist noch viel mehr: Das von den Hobbyköchen gekochte tolle Vier-Gang-Menu etwa oder die schaurig-schönen Auftritte der Guggen, der Adlerbrüeter Mörschwil, der Gassärassler Rorschach und der Wällegümper Goldach. Dazu der heitere Kreuzfahrtbericht von «Köbi» vom Comedy-Paar Messer und Gabel. Phantasievoll sind die Ideen, sich zu maskieren, die bis hin zur tiefverhüllten Masseneinwanderungs-Gruppe reichen. Am Nachmittag zeigen Kinder am von der Elterngruppe organisierten und von den Roräheizär unterstützten Umzug, wie sehr auch sie sich für Fasnachtsbrauchtum begeistern lassen.

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