Den Dorfkern verdichten

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Untereggen Aufgrund der Erkenntnisse aus ortsbaulichen Studien im Mittlerhof und im Hinterhof hebt der Gemeinderat Untereggen die Ausnützungsziffer in der Dorfkernzone auf. In der Wohnzone W1, in der heute vornehmlich Einfamilienhäuser stehen, ortet der Rat Handlungsbedarf für massgeschneiderte Bauvorschriften. Diese sollen in der anstehenden Revision der Ortsplanung erörtert werden. Auf die Aufhebung der Ausnützungsziffer in der Zone W1 wird laut Mitteilung vorläufig verzichtet.

Ein Ziel des revidierten eidgenössischen Raumplanungsgesetzes ist die Förderung der Innenentwicklung. Um eine bauliche Entwicklung zur Auslastung der Infrastruktur zu erreichen, soll möglichst wenig Kulturland verlustig gehen. Vielmehr sollen in den Dörfern und Städten die Potenziale genutzt werden, die bei bereits eingezonten Flächen bestehen. Die Gemeinden können noch vor Inkrafttreten des neuen kantonalen Planungs- und Baugesetzes am 1. Oktober das Baureglement in Bezug auf die Abschaffung der Ausnützungsziffer ändern.

Änderung des Baureglements liegt auf

Vorgängig wollte der Gemeinderat die Auswirkungen der Abschaffung der Ausnützungsziffer für das Ortsbild und die nachbarlichen Verhältnisse überprüfen. Mit der Erarbeitung ortsbaulicher Studien wurde Architekt Alex Buob beauftragt. Die Studien zeigen mögliche Gebäudevolumen und deren Einfügung ins bestehende Ortsbild auf. Sie dienen auch der späteren Erarbeitung einer Innenentwicklungsstrategie, die das neue PBG im Rahmen einer Revision der Ortsplanung verlangt. Einzelne Studien liegen nun vor, weitere folgen bis Ende Oktober. Die bereits vorliegenden Studien zeigen, dass eine Abschaffung der Ausnützungsziffer in der Dorfkernzone ermöglicht, dass eine «massvolle» innere Verdichtung erreicht werden kann, ohne dass bedeutende nachteilige Auswirkungen auf das Ortsbild oder die Nachbarschaft entstehen. In der Wohnzone W1 hingegen zeigen die Studien, dass eine Verdichtung im Bereich der heutigen Einfamilienhausquartiere sowie entlang der Kantonsstrasse im Mittlerhof möglich ist, aber dafür ein Handlungsbedarf für massgeschneiderte Regelbauvorschriften besteht. Diese sollen im Zusammenhang mit der anstehenden Revision der Ortsplanung erörtert werden.

Aufgrund dieser Erkenntnisse hat der Gemeinderat beschlossen, das Baureglement zu ändern, indem die Ausnützungsziffer in der Dorfkernzone aufgehoben werden soll. Da eine solche auch in der Landwirtschaftszone und im übrigen Gemeindegebiet kaum Anwendung findet, soll sie auch dort aufgehoben werden. Die Änderung des Baureglements liegt öffentlich auf. Betroffene Grundeigentümer können bis 19. September Einsprache erheben. Einzelne Studien werden an der öffentlichen Orientierungsversammlung vom kommenden Mittwoch, 20.15 Uhr, in der Dorfstube vorgestellt. Die Orientierung findet statt im Anschluss an die Vorstellung des neuen digitalen Dorfplatzes für Untereggen. Diese Vorstellung erfolgt ab 18.15 Uhr. (Gk./lim)